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Wesel
Westkamp: "Erhalt der Schulform Realschule ist mir sehr wichtig"

Wesel. Anders als Schuldezernent Daniel Kunstleben hat sich Wesels Bürgermeisterin Ulrike Westkamp ) auf Anfrage der RP zu der in Wesel hoch emotional geführten Schulschließungsdebatte geäußert. Dass die Gesamtschule eine Dependance in der Innenstadt gründen soll dafür die Realschule-Mitte und die Hauptschule auslaufen müssen, ist aus Sicht der Verwaltungschefin richtig. "Ich sehe seit Jahren, dass die Zahl der abgelehnten Viertklässler an der Gesamtschule steigt. Und das ist für mich entscheidend. Das spiegelt den Willen vieler Eltern wider, die möchten, dass ihre Kinder möglichst lange gemeinsam lernen." Westkamp bedauert, dass die Hauptschule mittlerweile "nicht mehr die Akzeptanz hat wie früher". Die Bürgermeisterin, die bei Reden immer wieder gerne betont, dass ihr Werdegang durch die sechs Jahre auf der Realschule in der Weseler Innenstadt positiv geprägt wurde, hofft inständig, dass "der Schultyp Realschule dauerhaft Bestand haben wird."

Wie mehrfach berichtet, sollen nach dem Entschluss der SPD, der Grünen, der Linken und der WWW/Piraten im Schulausschuss ab 2016 nur noch in der Duden-Realschule zwei Eingangsklassen gebildet werden. Aus dem Kreis der Weseler Schulleiter ist zu hören, dass es eine so kleine Realschule dauerhaft wenig attraktiv sein dürfte. Vor allem auch wegen der stark eingeschränkten Auswahl an Wahlpflichtfächern.

Nicht nur der Stadtelternrat will, wie berichtet, dafür kämpfen, dass vor der entscheidenden Ratssitzung Ende Juni Eltern nach ihrem Willen befragt werden. Auch die CDU lässt - trotz Abstimmungs-Niederlage im Ausschuss - nicht locker. "Wir werden den Stadtelternrat unterstützen", kündigte CDU-Fraktionschef Jürgen Linz ) gestern im RP-Gespräch an. Wie genau das passieren könnte, darüber werde man in der Fraktion weiter diskutieren. In vielen Gesprächen mit Bürgern werde man ermuntert, alles zu tun, um den wirklichen Elternwillen abzufragen.

Zur umstrittenen Entscheidung, Realschule-Mitte und Hauptschule zu schließen, äußerte sich auch die Junge Union. Für sie sei es "völlig unverständlich, warum der Elternwille missachtet und die Expertenmeinung ignoriert wird".

Wichtig sei, so die JU, die etablierten Schulen zu fördern, statt sie zu schließen.

(kwn)
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