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Schermbeck
Wider die Abhängigkeit

Schermbeck: Wider die Abhängigkeit
Dilara Demireh, Kyra Wischerhoff, Louisa Dohm (v.l.) nehmen vom Alkohol Abstand. FOTO: Markus Weissenfels
Schermbeck. Schüler sind für viele Arten von Sucht anfällig. Die Gesamtschule Schermbeck betreibt Prävention.

Wie lässt sich eine Sucht verhindern? Welche Informationen brauchen Schüler, um Gefahren für die eigene Gesundheit zu erkennen? Das Thema Prävention spielt an der Gesamtschule Schermbeck eine große Rolle. "Zusammenhängend und vernetzt", sagt Lehrerin Ellen Oberkinkhaus, sollen sich die Schüler damit auseinandersetzen. "Es ist ein erprobtes Programm", meint Peter Grotendorst, Didaktischer Leiter.

Bereits in der sechsten Klasse beginnt das Programm. Informationsstunden mit einer Ärztin für Mädchen und ein paralleles Angebot für Jungen durch einen Biologielehrer sollen erste Sexualerziehung bieten, ergänzt um den präventiven medizinischen Aspekt. Im achten Jahrgang wird es im kommenden April ein sexualpädagogisches Projekt geben. "Liebe, Sexualität und Partnerschaft" heißt es. Projektpartner sind der Awo-Kreisverband und die evangelische Kirchengemeinde. In deren Jugendheim "You" wird das Vorhaben umgesetzt. "Die Klassen sind dann jeweils für einen Tag aus der Schule", so Grotendorst.

Dieser Jahrgang setzt sich auch verstärkt mit dem Problem Sucht auseinander. "Gehe ich das Risiko ein?", diese Frage sollen die Schüler klar beantworten können. Neben dem Cannabis-Konsum steht das Thema Alkohol im Mittelpunkt. Oberkinkhaus nennt ein positives Beispiel für Prävention: Wenn ein älterer Schüler sage, er habe stets Geld für ein Taxi nach einer Party dabei, sei schon etwas erreicht.

Die Polizei und Barbara Lübbehusen von der Drogenberatung des Kreises Wesel sind Partner der Schule bei der Suchtprävention. Im neunten Jahrgang lernen die Schüler den "Cannabis-Parcours" und die Gefahren des Kiffens kennen, nächster Termin ist im Januar 2016. Seit fast 20 Jahren kümmert sich Oberkinkhaus an der Schule um die Gesundheitsprävention. Sie sei nach dem Referendariat nicht sofort in den Schuldienst gegangen, erzählt sie. Für das Arbeitsamt hat sie zunächst Jugendliche betreut, "die nicht in Ausbildung kamen". Sucht und Gewalt spielten dabei oft eine Rolle.

"Es baut aufeinander auf", sagt Oberkinkhaus zum ärztlichen Beratungsangebot für Mädchen, das es im Januar für die Jahrgangsstufen zehn und elf geben wird. Altersgemäß werde das Thema Gesundheit und Sexualität konkreter, Fragen der Verhütung kämen auf.

Auch das Internet spielt eine große Rolle. "Viel Halbwissen", so Grotendorst, nähmen manche Schüler mit. Wobei er aber gerade bei den Jüngeren festgestellt hat, dass Eltern in dem Bereich sehr streng sind. Ein Theaterstück zum Cybermobbing gab es kürzlich zum ersten Mal. Eine Wiederholung sei gewünscht.

(rtr)
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