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Wesel
Wie die Sonnenburg 25-Jähriges feiert

Wesel: Wie die Sonnenburg 25-Jähriges feiert
Erzieherin Simone Schedorn und die Kinder des Familienzentrums Lackhausen freuen sich auf das große Fest am Sonntag. Gerade wird alles noch aufgehübscht für die vielen Besucher, die erwartet werden. FOTO: Gerd Hermann
Wesel. 55 Kinder ab einem Jahr werden in dem Familienzentrum betreut, das es seit 1991 gibt. Sonntag steigt ein großes Fest. Von Barbara Grofe

Noch ist Großreinemachen im Familienzentrum Sonnenburg in Lackhausen angesagt. Entrümpeln, aufräumen, hübsch machen, schließlich soll am Sonntag groß gefeiert werden. Denn die Sonnenburg wird 25 Jahre alt, und Leiterin Andrea Brinkmann und ihr Team haben darum ein echtes Feierprogramm zusammengestellt: Mehr als vier Wochen haben die Kleinen geübt, die am Sonntag die Chronik der Einrichtung spielerisch darstellen; Kinder tanzen einen Sonnentanz, andere singen das Lied "Ich schenk dir einen Sonnestrahl". Gefeiert wird von 11 bis 16 Uhr.

Andrea Brinkmann war schon dabei, als am 1. September 1991 die ersten Kinder in den neuen Kindergarten an der Julius-Leber-Straße kamen. Die damals 35-Jährige hatte zuvor bereits einen anderen Kindergarten geleitet, war zwischenzeitlich in der Familienbildung und kam dann in die Sonnenburg. Noch war die zu diesem Zeitpunkt allerdings namenlos - die erste Generation Kindergartenkinder dachte sich den Namen dann aus. "Die Sonne scheint bei uns überall ins Gebäude, die Türme erinnerten die Kinder an eine Burg", sagt die Kindergartenleiterin und lächelt. Aus Sonnenschein und Burg wurde Sonnenscheinburg wurde Sonnenburg.

Dieser Zeitungsartikel erschien am 19. September 1991 in der Rheinischen Post. Er berichtet von der offiziellen Übergabe vor 25 Jahren. FOTO: RP

Der Prozess der Namensfindung ist für Erzieherin Andrea Brinkmann sinnbildlich - in ihrer Einrichtung will sie, will das Team, den Kindern beibringen, Teil der Gesellschaft zu sein, in der sie leben, sie sollen wissen, dass sie sie mitgestalten. Wenn man das nicht schon im Kindergarten lernt, hat man es später schwer, davon ist Brinkmann überzeugt.

Los ging es 1991 mit sieben Festangestellten und 70 Kindern in drei Gruppen. Heute werden 55 Kinder in drei Gruppen von 15 Festangestellten betreut, "die Einheiten werden kleiner", sagt Andrea Brinkmann. Und das ist nicht die einzige Veränderung in diesem Vierteljahrhundert: 2008 zogen die ersten U3-Kinder in der Sonnenburg ein, ein Jahr später wurde die Einrichtung Familienzentrum und stockte das Angebot deutlich auf: Seither gibt es Kochkurse, Sportangebote wie Pilates und Yoga, kulturelle Fragen werden genauso besprochen wie Erziehungs- oder Gesundheitsthemen. Dass es dazu ein "multiprofessionelles Team" braucht, sagt Andrea Brinkmann und dass das Angebot super angenommen wird. Klar ist für sie dennoch: Die Tageseinrichtung ist und bleibt der Kern der Sonnenburg. Durch einen Anbau vor vier Jahren konnten mehr U3-Kinder aufgenommen werden, seit 2014 werden hier, in der roten, blauen und grünen Gruppe, auch Einjährige betreut. Heutzutage ein Muss in der Kinderbetreuung.

Für Andrea Brinkmann und ihre Mannschaft ist es selbstverständlich, sich mitzuentwickeln, neue Angebote zu schaffen. Im Kindergarten, so sagt sie, sehen sie immer auch die Entwicklungen, die eine Gesellschaft nimmt: Sie haben es hier mit immer mehr Familien zu tun, in denen beide Elternteile arbeiten, mit Alleinerziehenden, Brinkmann beobachtet, dass die Väter heute viel mehr dabei sind als zu Anfang ihrer Zeit, sieht, wie wichtig Großeltern heute in Familien sind, bemerkt natürlich, dass Kinder heute viel mehr mit Medien in Kontakt kommen als noch 1991. Andrea Brinkmann sieht es als ihre Aufgabe, diese gesellschaftlichen Entwicklungen zu sehen, sie wahrzunehmen und dann damit umzugehen. Nicht in dem Sinne, dass jeder Trend mitgemacht wird, dass ein gesellschaftlicher Hype auch in der Sonnenburg einer werden muss - Entwicklungen, manchmal mit ein bisschen Distanz, zu beobachten ist für sie aber wichtig.

Wenn heute in der Einrichtung im Weseler Ortsteil Lackhausen gefeiert wird, sind auch ehemalige Kindergartenkinder dabei. Andrea Brinkmann freut sich auf sie und auf das Fest, das gefeiert wird, wenn erst einmal alles aufgeräumt und hübsch gemacht ist.

Info Sonntag, 11 bis 16 Uhr, Julius-Leber-Straße 57; www.diesonnenburg.de, sonnenburg-wesel@t-online.de

Quelle: RP
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