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Hamminkeln
Wieder Hoffen auf Flüsterasphalt

Hamminkeln: Wieder Hoffen auf Flüsterasphalt
Autobahnlärm - noch immer ein großes Thema Hamminkeln. FOTO: pixabay
Hamminkeln. Die Kritik am Lärmschutz nach dem Kahlschlag an der Autobahn in Ringenberg bringt Merkwürdigkeiten ans Licht. Verkehrsminister Groschek versprach Untersuchungen. Dann verschwand das Thema im Nichts. Von Thomas Hesse

Die radikale Art von Straßen NRW, die Autobahnböschung auch im Bereich Ringenberg nach Jahrzehnten radikal zu beseitigen, hat Ärger bei den lärmgeplagten Anwohnern hochkochen lassen (RP berichtete). Das ist das eine Thema. Daraus entwickelte sich die eigentliche Frage: weniger Bewuchs gleich weniger Lärmschutz für das Dorf - der Kahlschlag macht die Lärmbelastung erst recht hörbar. Die unversehens aufgeflammte Debatte um den Lärmschutz an der Autobahn Hollandlinie umfasste Vorwürfe gegen SPD und Grüne, die sich gar nicht auf die Forderung nach Flüsterasphalt meldete, und die CDU, die lapidar reagiere. Mittlerweile entpuppt sich das Thema als eins, das in Vergessenheit geraten ist und um das sich niemand - auch nicht vor Ort - seit 2012 kümmerte. Damals hatte NRW-Verkehrsminister Michael Groschek Untersuchungen angekündigt, ob sich besagter leiser Asphalt in Ortslage eignet. Nichts war seitdem darüber zu hören - nur der Verkehr wuchs stark an. SPD-Landtagsabgeordneter Norbert Meesters, der Groschek angeschrieben hat, wird also einen Vorgang zu besprechen haben, der ihm bis jetzt nicht bewusst ist.

Auch für Bürgermeister Bernd Romanski, mit Meesters letzte Woche am "Tatort" Kahlschlag, bekommt die Situation einen neuen Dreh. Er hat Fachleute von Straßen NRW für Donnerstag in den Rat eingeladen, vom Alt-Thema Flüsterasphalt war keine Rede. Ausgangspunkt sind Nachforschungen der CDU, die den Vorwurf aus Ringenberg nicht auf sich sitzen lassen will. Ratsherr Jürgen Kuran, CDU-Vorsitzender Norbert Neß und Landtagskandidatin Charlotte Quik fragen nun in einem Schreiben an die Landtagsabgeordnete Marie-Luise Fasse (Rheinberg) nach, wie die Lage der Dinge tatsächlich ist und was Groschek zu tun gedenkt. "Es wäre meines Erachtens ein Skandal, wenn in den vergangenen vier Jahren an der A 3 nichts geschehen ist - außer den jüngsten Kahlschlagmaßnahmen entlang der Böschung", sagt Neß. 2012 hatte sich Fasse schon mal ans NRW-Verkehrsministerium gewandt. Damals war der SPD-Wahlsieger Groschek frisch im Amt. Es gab eine neue EU-Lärmumgebungsrichtlinie, die Hamminkelner CDU fragte über ihre Bundestagsabgeordnete Sabine Weiss im Bundesverkehrsministerium nach, was das für A 3 bedeuten könne. Die Antwort: Grundsätzlich könne eine Lärmsanierung durchgeführt werden - mit lärmschluckenden Asphalt. Die Schutzwand - auch diese wird von den Ringenbergern kritisiert - galt den Autobahnexperten als "ausreichend".

Ein Widerspruch, den die CDU nach ihren Angaben mit ihrer erneuten Anfrage auflösen will. Dabei geht es im Kern darum, ob die Schutzwand weiter als ausreichend eingestuft wird. Und es geht um die Ergebnisse der von Groschek angekündigten Untersuchung, ob der Flüsterasphalt nötig ist. Die sollten Ende 2012 vorliegen, bekannt geworden ist nichts dazu. Auch politisch geriet das Thema in Vergessenheit. Es wäre ohne die Kahlschlagaktion 2016 wohl auch bei den Anwohnern nicht aufgekommen. Verbunden mit der zugesagten Untersuchung ist auch, ob Baurecht erhalten geblieben ist. 2012 verwies der Minister nämlich auf einen "genehmigten Erhaltungsentwurf". Ob der bestehen geblieben ist, will die CDU wissen, oder das Verfahren neu beginnen muss. Und: "Wir fragen uns, warum das Land bzw. die dem Land unterstehende Auftragsverwaltung Straßen NRW noch nicht gehandelt hat", steht in dem Schreiben an Marie-Luise Fasse. Sie wird irgendwann Antwort vom Verkehrsministerium bekommen, dann weiß man mehr.

Quelle: RP
 
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