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Hamminkeln
Windräder: Keine Politik-Antwort

Hamminkeln. Anwohner sehen Beeinträchtigung von Tourismus und Naturschutz. Von Thomas Hesse

Auch nach drei Wochen wartet Arnika Schürmann vergebens auf Reaktionen aus der Lokalpolitik zu den Windradplänen am Rande des Naturschutzgebietes Dingdener Heide. Die Anwohnerin und gebürtige Dingdenerin wehrt sich gegen die Ausweisung von neuen Standorten, die die Stadt vornehmen will und wofür sie demnächst die vorgeschriebenen öffentlichen Verfahren fortführt.

Insbesondere den Dingdener Ortspolitikern wirft Arnika Schürmann vor, sich nicht um Naturschutzbelange zu kümmern und damit auch die Tourismusbedürfnisse am Rande des Naturparks Hohe Mark zu vernachlässigen. Es geht um Windradstandorte, die in nur 300 Meter Distanz zum mit viel finanziellem Einsatz sichergestellten Naturschutzbereich stehen sollen - und das angesichts 200 Meter Höhe und entsprechend großen Durchmessers der sich drehenden Rotorblätter.

Die Problematik sehen mittlerweile mehrere Anwohner in dem dünn besiedelten Bereich. "Die seltenen Vogelarten sind schon stark rückläufig in der Dingdener Heide. Der Artenreichtum ist geringer geworden im Vergleich zu früher. Deshalb ist es völlig unverständlich, wenn die Windräder für noch mehr Beeinträchtigung sorgen", sagt Schürmann.

Die Betreibergesellschaft, dazu gehört auch ein Dingdener Landwirt, wartet hingegen auf die behördliche Genehmigung. Es sollen zwei Windräder in diesem Bereich gebaut werden, dazu ein weiteres im Erweiterungsgebiet Nordbrock.

Die energetische Ausbeute macht den Standort wegen begrenzter Einschaltzeiten nicht zum Standort erster Klasse. Arnika Schürmann rechnet das touristische Potenzial dagegen. Ruhe und Entspannung suchende Naturfreunde würden sich durch die Windriesen gestört fühlen und möglicherweise fernbleiben, das könne nicht Sinn der Sache sein.

Angesichts der Sprachlosigkeit zwischen Politik und Anwohnern ist es gut möglich, dass der Streit um das Planverfahren noch Fahrt aufnimmt.

Quelle: RP
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