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Hamminkeln
Wird die Unterkunft in der Belenhorst jetzt leergezogen?

Hamminkeln. Thema Flüchtlinge beim HVV: Bürgermeister zieht Bilanz und will Ringenberg entlasten. Flüchtlingshilfe berichtet von ihrer Arbeit.

In Hamminkeln ist der positive Umgang mit Flüchtlingen zum Markenzeichen geworden. Grund genug für Stefan Tidden vom Hamminkelner Verkehrsverein (HVV), das Thema in einer Informationsveranstaltung vorzustellen. Insbesondere ging es im Bürgerhaus um die Ortsteile Hamminkeln und Ringenberg. Mit dabei waren Vertreter der Flüchtlingshilfe Hamminkeln und Dingden sowie Bürgermeister Bernd Romanski, der verkündete, dass soeben die Hogenbuschhalle in Mehrhoog leergezogen sei und die Flüchtlinge in neuen Unterkünften im Ortsteil untergebracht seien (RP berichtete).

Selbstbewusst betonte der Verwaltungschef, dass man mit dem Ausbau der Unterkünfte richtig liege, auch wenn der Zustrom stark abgenommen hat. Man sei gewappnet, wenn die Zahlen wieder ansteigen. Alternative: Aus den heruntergekommenen Alt-Containern in der Belenhorst in Ringenberg sollen 138 Flüchtlinge in neue Unterkünfte wechseln. Auch die Unterkünfte am Lankerner Schulweg und in Dingden-Berg gelten als "grenzwertig". Romanski verwies darauf, dass bis Ende Februar 150.000 Menschen nach Deutschland gekommen seien. Rechne man dies hoch, würden 980.000 Asylbewerber binnen Jahresfrist zuwandern - Hamminkeln hätte dann 1100 Plätze nötig. Laut Romanski sei man durch vorbereitetes Baurecht in der Lage, innerhalb von zehn Wochen 150 neue Plätze zu schaffen. Die lange geltende Prognose von 1400 Unterzubringenden ist nicht mehr aktuell. Die Kapazität beträgt 960 Plätze ohne Hogenbuschhalle und Grundschule Ringenberg. Aktuell sind 659 Flüchtlinge in der Stadt, in der Spitze waren es 680. Nun soll es in einem Treffen mit Werbegemeinschaften und pro Mittelstand um Praktika und Ausbildung für Flüchtlinge gehen. Ihm gehe es darum, gute Kräfte am Ort zu halten, sagte er. Dafür steht auch die Offensive für neuen Sozialwohnungsbau. "Hamminkeln zählt wieder mehr als 28.000 Einwohner, das kommt durch die Flüchtlinge", betonte Romanski.

Dabei geht es um gelungene Integration. Aushängeschilder dafür sind die Flüchtlingshilfen, von deren Arbeit Roswitha Kellersohn, Josefa Sonders, Günther Crefeld und Hans Reimann berichteten. "Die Hilfsbereitschaft ist ungebrochen und unglaublich. Das hätte ich nie in diesem Ausmaß erwartet", sagte Kellersohn. Über die Möglichkeiten und Grenzen der Betreuung wurde dann ausführlich berichtet. Dringend gesucht sind Deutschkursleiter und Paten für Flüchtlinge, etwa für die Menschen, die nun in die Unterkünfte an der Daßhorst einziehen. Die überquellende Kleiderkammer Dingden mit mittlerweile 42 Helfern bietet zudem den anderen Unterstützern Textilien an. In Hamminkeln gesucht sind Fahrräder, jetzt stellt das Juze eine Garage für die technische Aufbereitung zur Verfügung. Ein Angebot, Fietse abzugeben, kam von der Flüchtlingshilfe Mehrhoog, die schon 130 Räder eingesammelt hat. Ein Problem ist die Größe. Hollandräder sind für viele kleingewachsene Asylbewerber nicht passend.

(thh)
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