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Wesel
Wo's mit Barrierefreiheit noch hakt

Wesel: Wo's mit Barrierefreiheit noch hakt
Vorschläge für Barrierefreiheit überreichten die Rollstuhlfahrer Sascha Seehafer (l.) und Sven Nowak an Reinhold Brands und Manfred Mertsching (r.). FOTO: Malz
Wesel. Lebenshilfe übergibt Vorschläge an CDU-Ratsherr Brands und Behindertenbeauftragten Mertsching. Von Klaus Nikolei

Sascha Seehafer und Sven Nowak, beides Mitarbeiter der Lebenshilfe-Werkstatt im Gewerbegebiet Am Schornacker, sitzen im Rollstuhl. Sie wissen genau, wo es in Wesel noch Barrieren gibt, die Menschen mit Handicap das Leben unnötig schwer machen. Während der Begegnungsveranstaltung "Von Mensch zu Mensch", die der Verein Kreis der Behinderten und ihre Freunde im Mai am Berliner Tor organisiert hatte, gab es die Möglichkeit für Menschen ohne Behinderung, mal mit einem Rollstuhl zu fahren. Ziel der ungewöhnlichen, von der Lebenshilfe und der Aktion Mensch angebotenen Stadtführung war es, aus der Sicht eines Behinderten Hindernisse wie zu kleine Hinweisschilder oder fehlende Rampen wahrzunehmen.

Einer der Tour-Teilnehmer zwischen Berliner Tor und Bahnhof war CDU-Ratsmitglied Reinhold Brands. Der bat zum Ende der Veranstaltung die Lebenshilfe um eine Auflistung der Problemstellen. Die Vorschläge zur Barrierefreiheit inklusive Lösungsidee überreichten jetzt Lebenshilfe-Vertreter an Brands und Manfred Mertsching, den ehrenamtlichen Behindertenbeauftragten der Stadt.

"Ich werde die Vorschläge in Anträge umwandeln und an die Bürgermeisterin schicken", erklärte Brands. Im Verkehrsausschuss soll dann die Politik entscheiden, was getan werden kann, um Menschen mit Handicap das Leben zu erleichtern. Außerdem will Brands dafür sorgen, dass die Ausschusssitzung unterbrochen wird, damit Sven Nowak der Politik von den Problemen eines Rollstuhlfahrers in Wesel berichten kann.

Manfred Mertsching wird übrigens im Vorfeld der Sitzung Geschäfte, Banken und Dienstleister aufsuchen, bei denen es noch "hakt" und sie um Beseitigung der Barrieren bitten. Beispielsweise will Mertsching bei der Sparda-Bank vorsprechen und fragen, ob die schwerfällige Tür nicht durch eine automatische ersetzt werden könnte. Bei der Stadt wird er darum bitten, die Grünphase der Fußgängerampel am Franz-Etzel-Platz (Bahnhof) zu verlängern. Und die Bahn wird er höflich auffordern, größere Hinweisschilder zu den Rampen aufzuhängen oder größere Piktogramme zu verwenden, die auf den Weg zu den Zügen hinweisen.

Bei der Übergabe der Ideen-Sammlung kündigte Manfred Mertsching an, die Niag zu bitten, die viel zu kleinen und unleserlichen Fahrpläne an den Haltestellen auszutauschen gegen digitale Hinweistafeln. "Solche Tafeln müssten eigentlich auch am Bahnhof und am Großen Markt installiert werden", meint Wesels Behindertenbeauftragter.

Quelle: RP
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