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Wesel
Wohnraum für Asylsuchende in Wesel wird knapp

Wesel: Wohnraum für Asylsuchende in Wesel wird knapp
Marlies Hillefeld, Vorsitzende der Weseler Flüchtlingshilfe FOTO: archiv
Wesel. Flüchtlingshilfe von Welle der Hilfsbereitschaft angetan - Fraktion WWW/Piraten fragt nach Kosten der Unterbringung. Von Klaus Nikolei

Bei ihrem Besuch der Notunterkunft am Lippeglacis hat Bürgermeisterin Ulrike Westkamp Montagabend deutlich gemacht, dass auch Wesel bei der Unterbringung von Flüchtlingen bald an Grenzen stoße: "Neben den 126 Flüchtlingen in der staatlichen Notunterkunft leben in Wesel derzeit 458 Asylbewerber im Übergangswohnheim beziehungsweise dezentral in von der Stadt angemieteten Wohnungen - Tendenz weiter steigend. Der Platz wird knapp. Wir brauchen dringend neuen Wohnraum." Außerdem gebe es einen großen Bedarf an Wohnungseinrichtungen und Hausrat. Das, so erklärte die Bürgermeisterin, wisse sie von Marlies Hillefeld, der Vorsitzenden der überaus engagierten Weseler Flüchtlingshilfe.

Doch was genau wird alles benötigt? Und an wen können sich spendenwillige Weseler wenden? "Sehr gerne an uns unter der Weseler Rufnummer 53446. Und viele tun das auch schon. Wir sind von der Spendenbereitschaft der Bevölkerung sehr angetan", erklärte Marlies Hillefeld gestern auf Anfrage. Benötigt werde tatsächlich alles: Teller, Besteck, Töpfe, Herde, Sofas, Betten, Schränke, Handtücher, Tischdecken und vieles andere mehr.

Wer bei der Flüchtlingshilfe anruft und gut erhaltene Möbel anzubieten hat, den wird Marlies Hillefeld an den zuständigen Mitarbeiter im Sozialamt verweisen, der die ganze Sache managt und mit der Wohnungsvermittlung abspricht. "Damit die richtigen Dinge dorthin geliefert werden können, wo sie gebraucht werden." Außerdem weist sie darauf hin, dass auch am ASG-Wertstoffhof Hausrat und Möbel für Asylbewerber angenommen werden. Und wer sich in der Flüchtlingshilfe engagieren möchte, der ist zu einem Treffen am Donnerstag, 20. August, 18 Uhr, ins Lutherhaus eingeladen (Einlass: Nebeneingang von der Baustraße aus).

Die Notunterkunft am Lippeglacis will Marlies Hillefeld übrigens in den nächsten Tagen besuchen. "Von einem Lebensmittel- und einem Schreibwarenhändler haben wir Sachspenden erhalten, die wir einpacken und den 30 Kindern dort überreichen möchten. Außerdem werden wir den Organisatoren noch unsere Hilfe anbieten."

Zu Gast in der Notunterkunft waren in den vergangenen Tagen bereits Manfred Schramm und Hilmar Schulz von der Fraktion WWW/Piraten. Die beiden haben sich jetzt in einem Brief an Westkamp gewandt und wollen von der Verwaltungschefin wissen, ob sich die Stadt bei den dauerhaft in Wesel lebenden Flüchtlingen einen Teil der Kosten für Versorgung und Unterbringung zurückhole oder dies plane. Denn manche Kommunen im Kreis würden den Flüchtlingen besagte Kosten vom Taschengeld abziehen.

Quelle: RP
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