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Wesel
Zauberhaft beflügelndes Konzert

Wesel. Pianist Vadim Chaimovich spielte in Bislich Werke von Tschaikowsky. Von Hanne Buschmann

Vor 175 Jahren wurde der russische Komponist Peter Tschaikowski geboren. Ihm widmete der aus Litauen stammende Pianist Vadim Chaimovich sein Konzertf "Tschaikowski und seine Favoriten". In der Betonung der Intimität natürlicher Empfindungen in der Beziehung zum Lebensumfeld im Laufe der Zeit war eine Verbindung zwischen den Kompositionen zu erkennen. Zu erleben in einem zauberhaft beflügelnden Konzert am Sonntag in der Bislicher St. Johannes-Kirche. Der Auftakt mit Mozarts Klaviersonate F-Dur, KV 332, locker gefügt aus einfachen, eingängigen Tonfolgen - gleichsam eine Natur-Musik. Das scheinbar Einfache ist aber das Geniale und das wirklich Schwere. Genauso spielte der allürelose Interpret, alles, mit leichtem, doch präzisem Anschlag. Das tanzende Anfangsallegro, das staunende Innehalten im Adagio, das energiegeladene, gar fordernde Allegro assai des abschließenden Satzes. Unüberhörbar klang auch leise die unlösbare Tragik alles Lebens auf: die Vergänglichkeit. Griegs "Lyrische Stücke", hell und frisch, erwachsen aus der Erfahrung der weithin ungezähmten Natur Norwegens wiesen ebenso auf die beiden Pole Daseins: mit der träumerischen Arietta, dem spröden Walzer, dem Schmerz des Heimwehs, den Höhen und Tiefen der Lebenswanderung und den nach reifem Nachsinnen unennbar zart verschwebenden Nachklängen.

Dann Tschaikowskis Musik, ein runder Wohlklang aus dem Wissen von lebenerhaltender Freude auf dem unabdingbaren Dunkel der Trauer, zusammengefasst in der Méditation, op. 72, 5, dann prall geschildert in den Bildern der Jahreszeiten, op. 37a. Im Fasching purzelt der Übermut, mit den Schneeglöckchen erblüht im April neues Leben, dieses vertraut sich in der Barkarole den wiegenden Wellen an, ermattet im Herbstnebel und gewinnt neue Hoffnung zur Weihnacht.

Danach auf dem Deich zu sehen: Im Westen stand eine goldene Abendsonne noch über dem Horizont, ihre Strahlen mystisch gemildert im Prisma der Luftschichten wie in Gemälden von William Turner. Ein unvergessliches Schauen.

Quelle: RP
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