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Büchereileiter Wolfgang Berg
"Zeit reif für Start der E-Book-Ausleihe"

Wesel. Ab Frühsommer können Kunden der Stadtbücherei rund 14.000 Romane, Zeitungen und Zeitschriften, Sach-, Kinder- und Jugendbücher downloaden und online lesen. Denn die Verantwortlichen wollen diesen Trend nicht verschlafen.

WESEL Noch ist die Nachfrage nach E-Books ("Elektronische Bücher") in der Weseler Stadtbücherei gering. Doch soll sich das ab dem Frühsommer grundlegend ändern. Dann nämlich wird es allen Kunden, die über einen PC, einen Tablet-Computer oder ein Smartphone verfügen, möglich sein, rund um die Uhr online Romane, Sach- und Kinderbücher sowie Zeitungen und Zeitschriften auszuleihen. Im Ausschuss für Kultur- und Stadtmarketing hat Wesels Büchereichef Wolfgang Berg das geplante neue E-Book-Angebot vorgestellt und stellte sich anschließend den Fragen der RP.

Hätte die Stadt eigentlich nicht schon viel früher auf den E-Book-Zug aufspringen müssen?

Berg Die CDU hatte im Herbst 2012 das Thema in den Ausschuss gebracht. Damals wurde von der Einführung der E-Book-Ausleihe Abstand genommen. Unter anderem wegen sehr hoher Einstiegs- und laufender Kosten.

Und wie sieht es jetzt aus?

Berg Die ursprünglichen Gesamtkosten inklusive der Erstausstattung sind im Laufe der Zeit um gut 30 Prozent auf 12.400 Euro gesunken. Außerdem gibt es heute, anders als noch 2012, kaum noch Probleme bei der Nutzung der Endgeräte.

Sie wollen durch das neue Angebot zweifelsohne neue Kunden gewinnen.

Berg Klar. Und natürlich auch die bestehenden weiter an uns binden. Ziel ist es, dass die Zahl der ausgeliehenen Medien und Kunden steigt, die Bücherei für viele Menschen attraktiv wird und bleibt.

Wie viele Medien können wohl demnächst online ausgeliehen werden? Und wie viele Medien befinden sich in der Stadtbücherei?

Berg Wir haben rund 91.000 Bücher, Zeitschriften, Hörbücher, Filme und CDs im Angebot. Online kommen aus dem Verbund, dem wir uns anschließen wollen, nochmals 1800 Kinder- und Jugendbücher, 4200 Sachmedien und 6500 Romane dazu. Außerdem sind als E-Paper elf Titel ausleihbar. Darunter Die Zeit, Der Spiegel, die FAZ und die Wirtschaftswoche. Die Weseler Tageszeitungen sind zu einem späteren Zeitpunkt über den sogen "PressReader" elektronisch lesbar, sofern der Stadt Wesel die Umsetzung des beantragten Projektes "Willkommen in Wesel" genehmigt wird. Wir gehen davon aus, dass diese Angebote auch für internetaffine Bürger, die gerne auch abends online unterwegs sind, interessant sind.

Wie muss man sich das alles in der Praxis vorstellen?

Berg Ganz einfach. Man geht auf die Homepage der Stadtbücherei www.wesel.de und klickt dann ab dem Frühsommer den Button "Onleihe Niederrhein", oder wählt direkt die "Onleihe Niederrhein". Dahinter verbirgt sich ein bereits bestehender Verbund, an dem beispielsweise die Stadtbüchereien in Kamp-Lintfort oder Viersen beteiligt sind. Unser Kunde drückt auf "Stadtbücherei Wesel" und muss dann eine Maske ausfüllen und ein Passwort eingeben. Das läuft genauso ab, wie wenn man im Internet einkauft.

Woher bekommt man sein Passwort?

Berg Das ist in der Regel das Geburtsdatum. Man sucht sich dann den gewünschten Titel aus und legt ihn in den Warenkorb. Am Ende wird das gewünschte E-Book heruntergeladen.

Gibt es andere Leihfristen als in der Stadtbücherei?

Berg Nein. Und genauso wie in der Stadtbücherei kann man auch ein Online-Book vor Ablauf der Ausleihfrist zurückgeben.

Ist es möglich, dass mehrere Online-Leser gleichzeitig ein Buch oder eine Zeitung lesen?

Berg Das ist nicht möglich. Sehen Sie, wenn jemand eine Zeitung in der Bücherei liest, kann nicht gleichzeitig ein anderer mitlesen.

Haben Sie ein Mitspracherecht, welche Medien bei "Onleihe Niederrhein" künftig neu hinzukommen?

Berg Wir könnten als Mitglied des Verbundes sagen, dass wir das eine oder andere Lektorat, zum Beispiel "Geografie", übernehmen wollen und eine Kolleginnen dann beispielsweise E-Sachbücher aussucht, die der Verband dann kauft und zur Verfügung stellt. Ich bin überzeugt, dass jetzt genau der richtige Zeitpunkt ist, unser umfangreiches Angebot um E-Books zu erweitern.

KLAUS NIKOLEI FÜHRTE DAS GESPRÄCH

Quelle: RP
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