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Hamminkeln
Zurück ins Ringenberg der Kriegsjahre

Hamminkeln: Zurück ins Ringenberg der Kriegsjahre
Werner van der Sande während der Führung, FOTO: Gerd Hermann
Hamminkeln. Werner van der Sande nahm die Teilnehmer seiner Führung mit ins Ringenberg der Kriegsjahre.

Vor 70 Jahren endete der Zweite Weltkrieg. Heute erinnert nicht mehr viel an das Ringenberg, das nach der Zerstörung übrigblieb. Was damals anders war, konnten Interessierte jetzt erfahren: bei einer Führung durch das Dorf. "Wenn meine Mutter waschen wollte, musste sie warten, bis es geregnet hat", erzählt Werner van der Sande.

Um ihn herum stehen rund 20 Zuhörer. Sie alle nehmen teil an einer Führung durch Ringenberg - das Dorf, in dem sie leben. Jeden Tag sehen sie Ringenberg, doch heute mit anderen Augen, denn van der Sande nimmt sie mit auf eine Reise durch das Ringenberg um 1945. Er wurde im Jahre 1935 dort geboren, erlebte den Zweiten Weltkrieg und lebt bis heute hier. Viele Jahre war van der Sande stellvertretender Vorsitzender des Heimatvereins.

In Zusammenarbeit mit diesem bietet er seit Jahren die kostenlosen Führungen durch Ringenberg an. Sie begann vor dem Schloss: Dort befanden sich nach dem Krieg beide Schulen, die evangelische und die katholische. "Wir lernten im Vorraum des jetzigen Standesamtes", erinnert sich van der Sande. Die evangelische Schule war so zerstört, dass sie nicht mehr zu begehen war, in das Gebäude der katholischen Schule zog später der Apotheker.

Das Schloss habe die Angriffe der Fliegerbomben gut überstanden. Bei einigen Angriffen hielt man sich im Keller auf. Der Bunker für die Allgemeinheit am Koppeldeich stand immer voll Wasser, weil der Grundwasserstand beim Bau nicht beachtet wurde. Er war somit nicht benutzbar. Immer wieder hält van der Sande an auf dem Gang durchs Dorf. Zwischen Anekdoten - wie, dass der alte Schlossgraben zur Müllentsorgung genutzt wurde - erinnerte Werner van der Sande auch an den Ernst des Themas: "Dass ich heute hier stehe, ist reiner Zufall."

(ls)
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