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Wesel
Zwei Bäume wetteifern um die Gunst

Wesel: Zwei Bäume wetteifern um die Gunst
Platz wäre vor dem Solinger Rathaus genug für einen Weihnachtsbaum dieser Größenordnung. FOTO: IT (Archiv)
Wesel. Auf den Großen Markt kommt wieder der gerndiskutierte Stahlbaum, auf den Kornmarkt ein Original aus der Natur. Von Fritz Schubert

775 Jahre nach Erhalt des Stadtrechts ist Wesel in aller Munde. Ungezählte Veranstaltungen und Aktionen haben in diesem Jahr schon den Blick auf die alte Hansestadt gelenkt. Auch viele (Ur-)Einwohner konnten noch manches über ihre Heimat dazulernen. Jetzt, da sich das Jubiläumsjahr so langsam auf sein Ende zubewegt, dürfte eine bekannte Besonderheit wieder für neuen Gesprächsstoff sorgen: der Stahlbaum der Interessen- und Standortgemeinschaft (ISG) Domviertel auf dem Großen Markt. Das Gestell an sich, aber auch die jährlich wechselnde Dekoration werden leidenschaftlich gern kontrovers diskutiert. Und das weit über die Grenzen Wesels hinaus. In diesem Jahr sorgt außerdem die CDU für ein Kontrastprogramm auf dem benachbarten Kornmarkt. Wie berichtet, möchte sie auch jenen gerecht werden, die einen normalen Baum bevorzugen, und stellt dort ein Original aus der Natur auf. Wird das Wesel vorweihnachtlich erst recht in zwei Lager spalten? Wir sind gespannt auf beide Bäume.

Der Stahlbaum bleibt, sein Anzug wechselt: 2009 präsentierte er sich vor dem Dom im Ringel-Look. FOTO: mALZ

Seit 2009 ist die zwölf Meter hohe Stahltanne auf dem Großen Markt Hingucker und Aufreger zugleich. Männer und Frauen der ISG schmücken sie jährlich im Wechsel anders. Jetzt sind die Frauen dran, verraten aber noch nichts. ISG-Sprecherin Stefanie Steinhauf bittet um Geduld bis Montag. Dann wird das Programm für den Adventsmarkt (26./27. November) vorgestellt und auch mit der Montage des Baums begonnen. Steinhauf erinnert gern noch einmal daran, "warum mitten auf dem Markt kein Naturbaum stehen kann". Wegen der Tiefgarage darunter ist eine ordentliche Verankerung nicht möglich. Deshalb stand in Vorstahlzeiten ein Naturbaum auch immer - fast angelehnt - in einer Marktecke am Dom. Dort aber wurde er laut Steinhauf kaum wahrgenommen und war oft Ziel von Rabauken, die ihre Kräfte daran ausließen, Lichterketten und andere Deko stahlen. Mit dem Stahlbaum wurde das anders. Er kann mitten auf dem Platz stehen, wird von weitem schon gesehen.

Stefanie Steinhauf steht der CDU-Aktion für den Kornmarkt aufgeschlossen gegenüber, hält die Naturtanne aber nicht für einen Ersatz des eigenen Stücks. "Das ist gut für den Kornmarkt, wo früher auch immer ein Baum gestanden hat", sagt Citymanager Thomas Brocker (Wesel-Marketing). Die Stadt habe sich ja vor Jahren von solchen Aktionen verabschiedet und das Aufstellen von Bäumen anderen überlassen. In den Ortsteilen haben meist bürgerschaftliche Vereinigungen dies übernommen.

Wie der von der Firma Hülskens gestiftete Kornmarkt-Baum wird, hat die CDU schon gesagt: acht Meter hoch, Kugeln und Schleifen in Rot und Gold. Aufgestellt wird er am 26. November ab 15 Uhr und ab 17 Uhr von Kindern mit Gebasteltem geschmückt. Die 2016er Optik des Stahlbaums ist noch geheim. Ein Wettbewerb wird's auf jeden Fall.

Quelle: RP
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