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Schermbeck
Zwei, die dem Zahn der Zeit Paroli bieten

Schermbeck. Ein Duo des Gahlener Heimatvereins ist als Bank AG unterwegs und sorgt für den ordentlichen Zustand der Sitzgelegenheiten.

Was andernorts der kommunale Bauhof erledigt, das ersparen zwei Gahlener seit fünf Jahren dem Schermbecker: Die Heimatvereinsmitglieder Herbert Gülker und Wolfgang Jörgens sorgen dafür, dass sich die Bänke im Gahlener Gemeindegebiet immer in ordentlichem Zustand befinden.

Als im Frühjahr 2011 die Voliere von Mitgliedern des Heimatvereins am Mühlenteich gebaut wurde, begannen Gülker und Jörgens mit der Betreuung Gahlener Bänke. Im mehr als 600 Mitglieder zählenden Verein werden sie unter dem Team-Namen Bank AG geführt.

Der Start der Bankpflege war mit besonders viel Arbeit verbunden, weil die meisten jener Bänke, die seit den 90er Jahren aufgestellt wurden, unter dem Zahn der Zeit stark gelitten hatten. Gülkers Garage am Heckenweg entpuppte sich schon bald als Bank-Klinik. Dort wurden die Bänke in Einzelteile zerlegt. Die Bretter wurden mit einem Bandschleifer von ihrer Lackierung befreit und anschließend mit einer Lasur wetterfest gemacht. Beim Zusammenbau wurden verrostete Schrauben durch solche aus Edelstahl ersetzt. Mit Winkelschleifer und Topfbürste wurden die aus Guss bestehenden Bankfüße gereinigt und neu beschichtet.

Heute ist die Bank AG als mobile Arbeitsgruppe unterwegs. Handwerkszeug und Farben werden in einer Handkarre von Bank zu Bank transportiert. Meist beginnen sie im Mai oder Juni mit ihrer Arbeit. Die meisten der 25 Bänke stehen im Umfeld des Dorfmühlenteiches und am Hang zwischen Friedhof und Parkplatz Törkentreck. Aber auch die Bänke am Wesel-Datteln-Kanal und am Kneipp-Tretbecken im Aap werden regelmäßig überprüft. Über die Bank in Östrich können die beiden Handwerker sogar eine Geschichte erzählen. Heinz Marten hatte sich als Rentner vor eineinhalb Jahrzehnten eine Bank gewünscht. HV-Geschäftsführer Herbert Gülker nahm daraufhin mit der Stadt Dorsten Kontakt auf und konnte schließlich erreichen, dass die Stadt eine Bank zur Verfügung stellte. Als sie schließlich stand, war Heinz Marten gestorben. Gepflegt wird die Heinz-Marten-Gedächtnisbank allerdings noch immer von der Gahlener Bank AG. Dass man Dinge, die Ehrenamtler für die Allgemeinheit mühselig herausputzen, mit Messern anritzt, können die beiden nicht verstehen, erst recht nicht die Motivation jener, die Bretter ankokeln oder zerbrechen.

(hs)
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