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Ferdi Breuer Und Uwe Brinks
Zwei Vereine schießen einen König aus

Wesel. Gemeinsam sind sie stärker: Im September 2017 feiern erstmals die Weseler Bürger-Schützen und der Schützenverein Vorm Brüner Tor gemeinsam ein Schützenfest. Im RP-Interview sprechen die Präsidenten über die Gründe der Kooperation.

WESEL Ferdi Breuer, Präsident der Weseler Bürger-Schützen (rund 650 Mitglieder), und sein Amtskollege Uwe Brinks (Schützenverein Vorm Brüner Tor, rund 130 Mitglieder) sind nach vielen Gesprächen zu der Überzeugung gelangt, dass in Zeiten des demografischen Wandels eine Kooperation sinnvoll ist. Folge: Am ersten September-Wochenende 2017 werden beide Vereine auf der Anlage der Bürger-Schützen einen König auszuschießen.

2017 wird für einen der beiden Vereine ein denkwürdiges Jahr. Und zwar für den, der erstmals seit Jahrzehnten keinen König haben wird.

Brinks So wird es kommen, wenn zwei Vereine die Preisträger und den König gemeinsam ausschießen. Diese Kooperation bedeutet allerdings nicht, dass wir fusionieren. Jeder Verein behält seine Eigenständigkeit. Und wir Vorm Brüner Tor werden auch weiterhin jährlich am zweiten Wochenende im Juni bei uns ein Gemarkungsfest feiern und darin auch das Kinderschützenfest integrieren. Auch werden wir weiterhin im Reitzenstein-Park zum Platzkonzert einladen, unserer Toten gedenken und den Großen Zapfenstreich dort spielen.

Was hat Sie letztlich zu der Zusammenarbeit bewogen?

Brinks Es gibt allein im engeren Weseler Stadtgebiet acht Schützenvereine, zudem zehn weitere zwischen Lippedorf und Bergerfurth. Wir haben überlegt, dass es sinnvoll wäre, gemeinsam etwas zu machen.

Breuer Da war es vor dem Hintergrund, dass zwischen unseren Vereinen eine Kameradschaft und langjährige Freundschaft besteht und die Mitglieder immer älter und weniger werden, nur ein logischer Schritt, zusammen ein Schützenfest zu feiern.

Sie sprachen die Vielzahl der Schützenfeste an. Wäre nicht ein großes Stadtschützenfest nach Neusser Vorbild denkbar?

Brinks In Neuss und auch in Hannover. Beide Städte könnten durchaus ein Vorbild sein. Ich bin überzeugt, dass sich in diese Richtung in den nächsten Jahres etwas tun wird.

Breuer Wir sind da offen, vorstellbar ist alles.

Gab es auch kritische Stimmen in Ihren Vereinen zur Kooperation?

Brinks Natürlich. Wir haben bei zwei Versammlungen das Für und Wider diskutiert. Am Ende haben 80 Prozent zugestimmt.

Breuer Einige bei uns waren sehr kritisch. Während einer Mitgliederversammlung wurden alle Fragen beantwortet, so dass wir hinterher eine große Zustimmung hatten.

Wie geht es jetzt weiter?

Breuer Im Juni werden wir beim Schützenfest an der Mercatorstraße auftreten, um uns besser kennenzulernen.

Brinks Und wir haben beschlossen, mit unserem Bataillon am Nachfeiersamstag, 10. September, teilzunehmen und erstmals auch beim Umzug der Bürger-Schützen durch die Innenstadt dabei zu sein.

KLAUS NIKOLEI FÜHRTE DAS GESPRÄCH

Quelle: RP
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