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Stadt Willich
20 Tonnen schwere Toilettenanlage kommt per Kran auf den Friedhof

Stadt Willich. Jürgen Rosbach von der Firma Franz Bracht hatte in seinem "Hundert-Tonner" ein leichtes Spiel. Es hingen nämlich nur etwa 20 Tonnen am Haken seines gelben Krans. Und der Kranführer arbeitete punktgenau in der Dunkelheit. Am Haken des großen Krans hing die neue Toiletten-Anlage für den Neersener Friedhof.

Wegen des Auflegers und des Kran-Standortes musste ein Teilstück der Kirchhofstraße für einige Stunden gesperrt werden. Die Kolonne, darunter auch einige Sanitär-Installateure des Fachunternehmens Hering, hatte ihre Arbeit schon nach etwa eineinhalb Stunden erledigt. Das vorgefertigte Bauteil in den Außenmaßen 5,05 mal 2,77 Meter aus Beton, mit Wärmedämmung und den Riemchen-Verblendern, wurde ruck zuck auf das Fundament gesetzt. Danach sorgte Hering-Kolonnenführer Reiner Hartmann mit seinem Team für die ersten Anschlüsse. Von der Stadt Willich verfolgten Ralf Stahl vom Eigenbetrieb "Objekt und Wohnungsbau" sowie Andreas Kublank vom städtischen Geschäftsbereich Landschaft und Straßen die Montage.

Einige Anwohner beobachten ebenfalls Montage und die Arbeiten an diesem Toilettenhäuschen, das neben dem Technikraum in der Mitte zwei Kabinen hat. Eine davon ist behindertengerecht. Reiner Hartmann erklärte: "Man kann die eine Kabine jederzeit öffnen, per Knopfdruck wird dann die Tür entriegelt. Diejenigen, die zum Beispiel im Rollstuhl sitzen und die behindertengerechte Kabine nutzen wollen, brauchen einen Schlüssel, damit die Tür vollautomatisch aufgeht." Mit dieser Technik wollte man dem Vandalismus vorbeugen. Den europaweit einheitlichen Schlüssel für behindertengerechte Toiletten an öffentlichen Orten gibt es gegen Vorlage des Behindertenausweises unter anderem über den "Club Behinderter und ihrer Freunde in Darmstadt und Umgebung", der den einheitlichen Schlüssel bereits in den 80er-Jahren initiierte (Informationen unter Tel. 06151 8122-15). Aber auch die Friedhofsmitarbeiter können den Zugang zum behindertengerechten WC ermöglichen.

Doch es ist noch längst nicht alles fertig. Der Entsorger muss dort noch - unter anderem für den Strom- und kompletten Kanalanschluss - Verbindungen verlegen beziehungsweise installieren. Und auf das Häuschen wird noch ein kleines Walmdach gesetzt; mit dem Beginn der Dacharbeiten wird in etwa zwei Wochen gerechnet. Auch der Leiter des Eigenbetriebes, Joachim Stukenberg, hielt gestern die Inbetriebnahme der Toilettenanlage etwa Ende April oder Anfang Mai für realistisch. Und die Kosten beliefen sich, so Stukenberg, im veranschlagten Rahmen von rund 110.000 Euro.

(schö/msc)
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