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Stadt Willich
2000 Wohneinheiten bis 2030 notwendig

Stadt Willich: 2000 Wohneinheiten bis 2030 notwendig
Klassische Einfamilienhäuser in allen Preisklassen sind weiterhin gefragt. Doch zunehmend besteht auch in Willich Bedarf an günstigen Wohnungen in Mehrfamilienhäusern. FOTO: dpa
Stadt Willich. Im Willicher Planungsausschuss wurde jetzt der "Masterplan Wohnen" vorgestellt. Die Zahlen zeigen Handlungsbedarf. Von Nadia Joppen

Bis 2030 werden in Willich weitere 1932 Wohneinheiten benötigt - zu diesem Ergebnis kommt die InWIS Forschung & Beratung GmbH in dem von ihr erstellten "Masterplan Wohnen". Bei der Sitzung des Planungsausschusses stellten Carolin Krüger und Tina Steltner, Mitarbeiterinnen des Beratungsbüros, den Plan vor. Kernaussage neben den Zahlen: Gebraucht werden aber nicht nur die klassischen Eigentums-Einfamilienhäuser, sondern es müssen neue Akzente im Wohnungsbau gesetzt werden. Die Angebote müssen passgenauer auf Zielgruppen und Nachfrage-Wünsche ausgerichtet werden.

Weiterhin gefragt sind die klassischen freistehenden Einfamilienhäuser - in der Preiskategorie bis 250.000 Euro, aber durchaus auch hochpreisiger. Außerdem gefragt sind Eigentumswohnungen in Größen von 90 bis 105 Quadratmeter, kleinere Wohneinheiten bis 60 Quadratmeter sind weniger gesucht. Ein wichtiges Thema sind Mietwohnungen - vor allem barrierearme oder -freie Wohnungen für Senioren und bezahlbare Mietwohnungen für große Familien ab 90 Quadratmeter. Großes Thema sind aus Sicht der Expertinnen auch öffentlich geförderte Mietwohnungen: 2013 ist die Zahl der Wohnungssuchenden stark angestiegen, außerdem hat sich von 2012 bis 2014 die Zahl der Bedarfsgemeinschaften stark erhöht.

Gegen den Bedarf an Wohneinheiten steht aber ein Problem: Die in Willich jetzt verfügbaren Bauflächen ergeben lediglich ein Potenzial von 1490 Wohneinheiten.

Der "Masterplan Wohnen" ist ein detailliertes Zahlenwerk mit praktischen Handlungsempfehlungen, die das Beratungsbüro auch priorisiert hat. Auszüge: Im Handlungsfeld "Wohnen im Alter" hat etwa der Neubau von Mietwohnungen im günstigen und mittleren Preissegment Priorität - wobei geeignete Areale etwa der Bereich Kremersfeld, nördlich Reinersfeld und der Nordosten Schiefbahns sind. Außerdem sollten bestehende "alternde Quartiere" baulich angepasst werden - etwa im Bereich Alperheide, Hausbroicher Straße, Mutschenweg und Unterbruch. Wesentlich ist auch die Erweiterung des Angebotes für Betreutes Wohnen.

Um die Familienfreundlichkeit zu stärken, empfiehlt InWIS unter anderem den Bau von geförderten Wohnungen und (Miet-)Einfamilienhäusern durch die Stadt und Investoren oder die qualitätsvolle Weiterentwicklung von einfacheren Wohnlagen.

Im öffentlich geförderten Wohnungsbau - hier benötigen die Mieter einen "Wohnberechtigungsschein" - empfiehlt InWIS den Bau von Wohnungsgrößen für kleine Haushalte und Familien. Ein Mittel, um den Bedarf zu decken, seien auch Vereinbarungen mit den Vermietern, um Sozialbindungen zu verlängern. Weiteres Thema ist der Bau flexibler Wohnangebote, in denen unter anderem Flüchtlinge wohnen können. Im Bereich des derzeitigen Wohnungsbestandes sollte die Stadt mit den Einzeleigentümern und Wohnungsunternehmen sprechen, um verstärkte Modernisierung mit gleichzeitiger Anpassung für barrierearmes Wohnen zu erreichen und so den Bestand für künftige Bedarfe zu aktivieren.

Beim Thema "Umgang mit Wohnflächen" rät der Masterplan zu einer Schwerpunkt-Verlagerung in Richtung Bau von Miet- und Eigentumswohnungen sowie eine stärkere Mischung von Ein- und Mehrfamilienhäusern in Neubaugebieten.

Der Plan muss vom Rat als "städtebauliches Entwicklungskonzept" beschlossen werden.

Quelle: RP
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