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Stadt Willich
2016 ist viel zu tun - auch für die Bürger

Stadt Willich: 2016 ist viel zu tun - auch für die Bürger
Vor wenigen Wochen haben die Bauarbeiten am ehemaligen Sportplatz an der Moltkestraße in Willich begonnen. Dort entsteht eines des beiden "Flüchtlingsdörfer". FOTO: Wolfgang Kaiser
Stadt Willich. Ein ereignisreiches Jahr liegt hinter den Willichern. Auch 2016 stehen einige Herausforderungen an, die zu bewältigen sind. Thema Nummer eins bleiben die Flüchtlinge. Gefragt sind die Bürger weiter auch bei der Marktplatz-Umgestaltung. Von Marc Schütz

"Flüchtlinge" lautet das Wort des Jahres 2015 der Gesellschaft für deutsche Sprache. Auch in der Berichterstattung über die Stadt Willich war dieses Wort in den vergangenen Monaten sicher eines der am häufigsten verwendeten - und wird auch im gerade angebrochenen Jahr oft zu lesen sein. Was das Unwort des Jahres 2015 wird, wird in den kommenden Tagen bekannt gegeben. Gäbe es eine solche Wahl auch in Willich, hätte das Wort "Kugelahorne" beste Chancen auf den Titel. Das Wort ist zwar nicht unangemessen oder unmenschlich, doch viele können es inzwischen nicht mehr hören.

Mancher verdreht schon entnervt die Augen, wenn es um die 20 Pflanzen geht, die laut Planern nicht nur die Sicht auf St. Katharina verstellen, sondern auch die Umgestaltung des Marktplatzes gefährden. Manch böse Anschuldigung hat es in der Diskussion gegeben - von Befürwortern wie Gegnern. Gleichwohl werden die Ahorne auch 2016 weiter Thema sein - zumindest bis zum Bürgerentscheid, dessen Ergebnis am 24. Februar bekannt gegeben wird. "Sollen die 20 Kugelahorn-Bäume auf dem Willicher Marktplatz am jetzigen Standort erhalten bleiben und nur dann gefällt werden, wenn sie krank sind?", lautet die Frage, die die Bürger beantworten sollen. Die Bürgerinitiative und die Grünen möchten die Bäume retten. CDU, SPD und FDP wollen, dass der Marktplatz komplett neu gestaltet wird - wofür die Bäume weichen müssten. Sollte die Bürgerinitiative Erfolg haben, wird in diesem Jahr mit dem Umbau des Marktplatzes nicht mehr begonnen werden können - mancher befürchtet gar, dass er dann ganz vom Tisch ist, weil das Land angesichts knapper Kassen in den kommenden Jahren die Fördergelder kürzen könnte.

So könnte das Seniorenheim des Roten Kreuzes in Neersen aussehen. In diesem Jahr werden sich die Planungen konkretisieren. FOTO: Kirsten Schnitzler

Zurück zu den Flüchtlingen: Zwar haben ihre Zahlen in den vergangenen Wochen bundesweit etwas abgenommen, und auch der Stadt Willich wurden wegen der Feiertage vorübergehend keine weiteren Flüchtlinge zugewiesen, doch werden hiesige Politik und Verwaltung weiter beobachten, wie sich die Situation entwickelt. Gerade sind zwei "Flüchtlingsdörfer" als vorübergehende Unterkünfte für jeweils knapp 300 Menschen sowie mehrere feste Häuser in Neersen und Schiefbahn als dauerhafte Einrichtungen auf den Weg gebracht worden, die sich bei Bedarf später als Sozialwohnungen nutzen lassen. Die spannende Frage wird in diesem Jahr sein, ob diese Maßnahmen reichen und rechtzeitig fertiggestellt werden können, oder ob nach der Niershalle in Neersen weitere Sporthallen umfunktioniert werden müssen - beispielsweise ist die Leineweberhalle in Anrath im Gespräch, auch wenn die Verwaltung daran arbeitet, dies zu verhindern. Bisher ist das soziale Engagement vieler Bürger für die Flüchtlinge beeindruckend. Diesen Geist möchten Verwaltung und Politik wahren und fördern. Auch die Bürger werden die Entwicklung beobachten und ihre Meinung sicherlich kundtun, wie sie es in so vielen Belangen wie nie zuvor im vergangenen Jahr getan haben.

Nicht nur bei den Themen Flüchtlinge und Kugelahorne vertraten die Willicher 2015 vehement und glücklicherweise meist konstruktiv und sachlich ihre Meinung. Auch die IG Schiefbahner Dreieck kämpfte weiter gegen die Bebauung des Geländes (und wird dies sicher auch 2016 tun, wenn Verkehrsgutachten und Machbarkeitsstudie präsentiert werden). Zahlreiche Neersener äußerten ihre Bedenken in Bezug auf das geplante Seniorenheim, für das bis Ende 2016 das Bebauungsplanverfahren läuft, in dessen Rahmen sich die betroffenen Bürger weiter äußern dürfen. Anwohner der Neersener Straße in Anrath taten sich zusammen, um etwas gegen die dortige Raserei zu unternehmen - die Verwaltung will die Vorschläge nun wohlwollend prüfen. Auf allzu spürbare Maßnahmen dürfen die Anwohner jedoch nicht hoffen.

Im Ende April 2015 geschlossenen Kaisersaal Schiffer sollen Eigentumswohnungen entstehen. FOTO: Wolfgang Kaiser

Und dann waren da im vergangenen Jahr noch jene Nachbarn des Freizeitzentrums, in dem - so erste, jedoch schon recht weit gediehene Planungen - eine neue Veranstaltungshalle für bis zu 1000 Personen gebaut werden sollte. Doch die ist - zumindest an diesem Standort - vom Tisch. Anwohner hatten massive Bedenken wegen der womöglich nicht ausreichenden Parkplätze, des zu befürchtenden Lärms und der hohen Lärmschutzwand an der Schiefbahner Straße geäußert. Gelegen kam ihnen, dass eine zweite Bedarfsanalyse der Verwaltung ergab, dass die Vereine nun doch keinen ausreichenden Bedarf an einer "Mega-Halle" mehr haben. Mit dem Saal Krücken scheinen sich die Vereine soweit arrangiert und einen Ersatz für den Kaisersaal gefunden zu haben. Bleibt nur zu hoffen, dass die Zwangsversteigerung der Gaststätte Krücken noch abgewendet werden kann. Die Pächter sind zwar zuversichtlich, Definitives wird es aber erst in den kommenden Tagen gegeben. Sollte es doch zur Schließung des Saals kommen, wird 2016 die Diskussion um eine neue Veranstaltungshalle in Alt-Willich wieder Fahrt aufnehmen.

Quelle: RP
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