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Stadt Willich
48 Hektoliter fließen beim Märzenfest

Stadt Willich: 48 Hektoliter fließen beim Märzenfest
Gebannt schauten viele leuchtende Augen dem Zauberer "Tobi Twist", der unter anderem auch Ballondreher ist, bei seinen Illusionen zu. FOTO: Norbert Prümen
Stadt Willich. Auch die dritte Auflage des ASV-Festes kam bei den Besuchern gut an. 2400 kamen am Samstagabend zur Party ins Festzelt, gestern folgten die Generalversammlung des Vereins und der Familientag. Von Willi Schöfer

Im Jahr 2012 hatte Uwe Forgber das Silber getragen, führte als Königspaar mit seiner Sylvia das Heimatfest des Allgemeinen Schützenvereins (ASV) Willich an. Dafür hatte er jetzt überhaupt keine Zeit: Denn der Metzgermeister sorgte mit seinem Team dafür, dass die Besucher ihre Märzenplatte, die Haxen oder die Fleischkäse-Semmel bekamen. Das Servier-Team des Zeltwirtes brachten dazu die halben Liter an die Tische. Die besten Voraussetzungen für ein zum dritten Mal gelungenes Märzenfest in Willich. Und das helle Stark-Bier der Rosenheimer Auerbräu-Bauerei, das Tage zuvor Schütze und Jägerhauptmann Hans Heiner Kleinmanns mit dem Brocker-Lkw transportiert hatte, muss geschmeckt haben. Denn gleich 48 Hektoliter gingen diesmal über den Tresen und durch die Kehlen, 14 Hektoliter mehr als im Jahr davor - für 4,30 Euro pro halbem Liter.

Gleich zu Beginn drehten die sechs Musiker der Band "Münchner Zwietracht" auf, spielten die gesamte Bandbreite ihres Repertoires, vom Zillertaler Hochzeitsmarsch bis zum Mallorca-Medley, vom "Amadeus" bis zur "Hände-Hoch-Polka". Die rund 2400 Festzeltbesucher waren aus dem Häuschen. Größtenteils hatten sie sich die Krachlederne oder das Dirndl übergezogen. Kämmerer Willy Kerbusch blieb bei seiner Jeans. Drei Schläge brauchte Bürgermeister Josef Heyes, bis er sagte: "O'zapft is!" Und da die "Münchner Zwietracht" bereits im vergangenen Jahr der Volltreffer war, wurde sie gleich wieder für das vierte Märzenfest im kommenden Jahr verpflichtet.

Im Großraumzelt war schon am Abend zuvor etwas los gewesen, kamen zur Disco-Party etwa 800 Besucher. Federführend hatten Siggi Gaubitz und Wolfgang Dille die Gaudi an beiden Abenden organisiert. Die Zahl der jungen Leute, die dabei etwas zu tief ins Glas schauten und sich erst einmal im Zelt der Sanitäter etwas erholen mussten, hielt sich in Grenzen.

Das war aber längst noch nicht alles, was im Stahlwerk Becker ablief. Draußen war eine kleine Budenstadt aufgebaut. Drinnen wie draußen konnten die Besucher einen Trödelmarkt besuchen oder sich Oldtimer und Landmaschinen anschauen.

Als dann gestern die ASV-Generalversammlung zu Ende war, bauten die Frauen der Schützen, unter der Regie von Hildegard Gaubitz, ihr Kuchenbuffet zum Familientag auf. Danach trafen sich auf der Zeltbühne bei der Moderation von ASV-Protokollchef Joachim Kothen unter anderem Clowns, junge Tanzformationen oder Judokas.

Ein Abstecher ins benachbarte Gründerzentrum lohnte allemal. Dort erinnerte Peter Wynands bei seiner Foto-Ausstellung an die vielen Wachlokale, die es vor über 50 Jahren in Alt-Willich gegeben hatte. "1965 gab es in Willich noch 48 Gaststätten, davon waren 33 Wachlokale; heutzutage sind dies mit den Esslokalen nur noch 22, davon sind 13 Wachlokale." Wynands erinnerte unter anderem an den gastronomischen Betrieb "Bei Toni" (nach Toni Viehmann benannt). Diese Schänke, die zunächst von den Wirtsleuten Windhausen an der früheren Hochstraße 28 geführt wurde, gab es schon 1871, 1880 als Tanzlokal und 1920 sogar mit einem Lichtspieltheater. Erinnert wurde außerdem an die ehemaligen drei Brauereien, die es seinerzeit allein in Alt-Willich gegeben hatte: Schmitz, Dicker und Hausmann.

Quelle: RP
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