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Stadt Willich
Acht ganz verschiedene Temperamente

Stadt Willich. Bei einer Ein-Tages-Ausstellung stellte sich ein neuer Künstlerkreis in der Josefshalle in Anrath vor. Von Angela Wilms-Adrians

In Willich hat sich ein neuer Künstlerkreis zusammengefunden, dessen Akteure nicht nur aus der Stadt, sondern auch aus dem Umkreis kommen. Eine Ausstellung in der Anrather Josefshalle war der erste gemeinsame Auftritt. Mit sieben Damen ist die achtköpfige Gruppe absolut weiblich dominiert, doch ausgerechnet der einzige Mann, Fotograf Frank Gruska, war der Anlass für die Gemeinschaftsausstellung. "Mein Mann hat so tolle Fotos, und da dachte ich, die müssten ausgestellt werden, und habe auch andere angesprochen", erzählte Initiatorin Claudia Gruska-Hagedorn.

Sie selbst war mit Acrylmalerei und Kreidezeichnungen vertreten, mit markanten Motiven, wie dem auffälligen Tigergesicht und dem Rennfahrer im Ferrari-Rot. Gruska-Hagedorn liebt kräftige Farben - nicht nur in ihren Bildern, sondern auch in der Zusammenarbeit mit dem Ehemann. Der zeigte eine Fotoauswahl, aber auch Gemeinschaftsarbeiten, bei denen die Gattin über Digitalisierung seine Vorlage farbintensiv verfremdet hat.

Auf der Galerie stellte Karen Kneer Skulpturen aus Holz und Beton aus. "Die Natur ist doch die größte Künstlerin", sagte sie vor den Arbeiten, bei denen sie auf naturgegebene Besonderheiten wie Risse und geheimnisvolle Vertiefung, mit Spachtelmasse und andere Materialien reagiert hat. Hannelore Sontowski stand wiederum für die gegenständliche Gestaltung mit einer erklärten Vorliebe für die Porträtmalerei. Bei ihr werden etwa Hutträgerinnen zu Zeitzeugen verschiedener Epochen. Vor 20 Jahren entdeckte Marion Witt bei einem Schottland-Aufenthalt für sich die Malerei. "Vielleicht male ich darum so gerne Rinder und Schafe", überlegte sie. Uschi Bolten bevorzugt abstrakte Farbimpressionen, mal geheimnisvoll zurückgenommen und dann wieder in glühender Intensität. Zwei Darstellungen von schützenden Händen waren hier im erzählenden Charakter die Ausnahme. Die Lust an immer wieder anderen Materialien spiegelte sich in Renate Siems' Auswahl. Mit Farben und Betumen über gefalteten Seidenpapieren zauberte sie einen still bewegten Birkenwald. Mit Wasser und Pigmenten aufbereite Druckfarben nutze sie für temperamentvolle Farbräume. Siems ist Krefelderin und dokumentierte ihre Zugehörigkeit in Bildern, die auf Krefeld als Stadt der Krähen anspielen. Anette Grübnau ist fasziniert von Oberflächenstrukturen. Mit Sumpfkalk und Marmormehl erreichte sie eine beinahe porzellanartige Feinheit, die ihr Pendant in sachter Farbgebung findet. Wie eine Erosion wirkte dagegen eine grobe und dynamisch brodelnde Oberfläche.

Quelle: RP
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