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Tönisvorst
Ärger über Geocacher

Tönisvorst: Ärger über Geocacher
Jagdaufseher Johannes Capell vor einem Schild im Wald, dass Besucher auf achtsamen Umgang mit der Natur hinweist. FOTO: Wolfgang Kaiser
Tönisvorst. Landwirte, Jagdaufseher und Privatleute in den Außenbereichen von Vorst beklagen sich über Geocacher. Ohne Rücksicht auf Fauna und Flora durchstreiften manche bei dieser modernen Form der Schnitzeljagd das Gelände. Von Willi Schöfer

Peter Joppen ist Landwirt. Der Vorster sitzt für die CDU im Kreistag in Viersen. Für ihn ist das Verhalten mancher Geocacher ein Ärgernis. "Vor allem seit dem Beginn der Sommerferien ist es zu einer regelrechten Invasion von Kundschaftern gekommen", sagt er. Joppen hat zum Beispiel im Bereich des Mühlenbruches beobachtet, dass Kradfahrer beim Geocaching auf der Suche nach den "Caches" genannten Verstecken über Wirtschaftswege und Wiesen gefahren seien. Ziel einiger Teilnehmer sei unter anderem auch das Heiligenhäuschen an der Anrather Straße. "Teilweise wird in Wild-West-Manier auf den Wegen geparkt", beklagt Joppen. Er appeliert an die Cacher, ihre Fahrzeuge vorschriftsmäßig abzustellen.

Geocaching ist eine moderne Form der Schnitzeljagd. Für das Spiel werden meist im Internet geografische Koordinaten bekannt gegeben, an denen Caches genannte Kästchen versteckt sind, die Logbücher mit weiteren Hinweisen oder Gegenstände enthalten. Mit Hilfe genauen Kartenmaterials oder GPS-Empfängern gilt es, diese Caches zu finden.

Ein verstärktes Interesse an diesem Spiel stellt auch der Vorster Jagdaufseher Johannes Capell fest. Er ist im Auftrag der Jagdbehörde für die Reviere Rottheide und Mühlenbruch zuständig. Auch wenn Capell begrüßt, dass durch dieses Spiel vor allem Kinder, die mit ihren Eltern unterwegs sind, an die Natur herangeführt werden, sorgt er sich um die damit verbundenen Eingriffe in die Natur.

"Nicht nur beim Geocaching wird teilweise wild durch das Gelände gelaufen, über bewirtschaftete Flächen oder tief in die Waldungen hinein", beklagt Capell. Die Ruhe im Revier sei schon lange vorbei. Aber diese sei wichtig für die Jungtiere oder für die Rehe, die gerade ihre Paarungszeit hätten. Capell bittet die Spaziergänger, nur die vorgesehenen Wege zu benutzen. An den Wirtschaftswegen im Mühlenbruch wurden gestern in kurzen Abständen meist an den Bäumen mehrere solcher "Caches" festgestellt.

Einigen Veranstaltern von Geocaching sind offenbar die Probleme bekannt. So wird auf einigen Geocaching-Seiten darauf hingewiesen, nicht mit dem Auto verbotswidrig bis direkt an die Stationen zu fahren und keinesfalls die Privatsphäre der Anwohner zu stören.

Aber offenbar halten sich nicht alle daran. Auch Ralf Koslow, ein früherer Bauunternehmer aus Vorst, berichtet über Routengänger, die teilweise abends und auch nachts um sein Haus herum an der Anrather Straße mit Autos oder Motorrädern unterwegs seien. Einige Trampelpfade seien entstanden. "Irgendwo im Boden soll was versteckt sein", sagt Koslow. Das hatte er von einem Teilnehmer aus Leuth, der mit einem Leihwagen aus Straelen gekommen war, erfahren. Seine darauf hin unternommene eigene "Schatzsuche" war erfolglos. Frage des Tages

(RP/ac)
 
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