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Stadt Willich
Aktiv werden gegen Rechtsextremismus und Gewalt

Stadt Willich: Aktiv werden gegen Rechtsextremismus und Gewalt
Der Kempener Wissenschaftler Klaus-Peter Hufer. FOTO: KAISER
Stadt Willich. Der Kreis Viersen hat sich dem Förderprogramm "Demokratie leben!" angeschlossen. Im JuCa gab es eine erste Bilanz. Von Willi Schöfer

Statistiken zeigen, dass die Arbeitslosigkeit dort am höchsten ist, wo die wenigsten Ausländer leben. "Ausländer klauen unsere Jobs", heißt dennoch eine klassische und immer wieder gern genommene Stammtischparole. Diesen Sprücheklopfern zu begegnen - aber auch denjenigen, die sich durch Gewalt, Gebrüll, durch Mobbing oder durch die Verbreitung von Lügen im Netz hervortun, will man auch im Kreis Viersen weiterhin durch Workshops und Aktionen begegnen. Gerade ist ein junger Willicher Verein ("Dareyn e. V.") dazu gekommen. Es gibt schon seit einigen Jahren, initiiert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, das Förderprogramm "Demokratie leben!", dem sich der Kreis Viersen 2015 angeschlossen hatte. Dadurch soll man aktiv gegen Rechtsextremismus, Gewalt und Menschenfeindlichkeit werden. Daraus ist im Kreis ein Netzwerk mit vielen Projektpartnern entstanden, die unter anderem Projekte an Schulen oder in Jugendfreizeitheimen durchführen, außerdem mit Flüchtlingen gemeinsam was unternehmen oder auf der Theaterbühne stehen, so beim Brüggener Niederrheintheater, mit ihrem neuesten Stück "Click safer!".

Gerade treffen sich Verantwortliche, angeführt von Kreis-Direktor und Jugend-Dezernent Ingo Schabrich, im Schiefbahner "JuCa", um ein kleines Fazit zu ziehen. Dieses Jugendcafé mit dem Kids-Club steht seit Anfang 2012 unter der Trägerschaft des Schiefbahner Sportclubs SC 08. Tags zuvor hatte bereits im Niederrheinischen Freilichtmuseum in Grefrath eine "Demokratie-Konferenz" mit den vielen Partnern stattgefunden. Dazu Schabrich: "Schön war dabei, dass dazu auch zahlreiche Neugierige gekommen waren." Mittendrin war in Grefrath der Kempener Wissenschaftler Klaus-Peter Hufer, der darüber sprach, wie man auf rechte Äußerungen und Parolen im Bus, im Supermarkt oder Internet reagiert.

In Schiefbahn mit dabei war die entsprechende Ansprechpartnerin des Kreises, Daniela Schiefner, Ulla Theisling, Beraterin des Bundesprogramms, André Fitzner vom "JuCa" und die jungen Geschwister Derya (24) und Seyma (19) Ünsal. "Auch wir möchten was verändern und Kontakte zwischen den Menschen mit den verschiedenen Nationalitäten herstellen", sagte die 2. Vorsitzende, Derya Ünsal. Der Willicher Verein "Dareyn" (steht für zwei Welten zusammenführen) hatte sich im Mai 2017 gegründet. In Zusammenarbeit mit dem "JuCa" und seiner Leiterin Salome Menzel möchte man zum Einstieg mit den Jugendlichen und jungen Leuten zum Thema "Ver(vor)urteilt" einen mehrtägigen Workshop durchführen, wenn möglich noch im Dezember. Und am dritten Tag wolle man das Ganze in einem Theaterstück zeigen. "Wir suchen dazu noch einen Raum mit einer Bühne", sagen die jungen Vereinsvertreter. Geprobt wird bereits im Willicher Begegnungszentrum "Krumm", Hülsdonkstraße 203. Weitere Darsteller, männlich oder weiblich, werden noch gesucht. Nächster Treff im "Krumm": 21. November, ab 17.15 Uhr. Oder vorab Salome Menzel im "JuCa" anrufen: 0163 2580363.

Klaus-Peter Hufer (Kempen) gibt einige Tipps zum Umgang mit populistischen Parolen: Nicht in die Komplexitätsfalle tappen, eine Argumentationsflut vermeiden und immer an den Kern einer Aussage denken. Kategorisierungen ablehnen und versuchen, Verallgemeinerungen ("Die Politiker", "die Flüchtlinge") aufzulösen. Beim Thema bleiben: Hinter einer Parole steckt oft ein ganzes Bündel von Einstellungen, von der Klimakatastrophe wird dann schnell zu Angela Merkel oder den Flüchtlingen gesprungen.

Quelle: RP
 
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