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Stadt Willich
Als Pate ehrenamtlich im Einsatz

Stadt Willich: Als Pate ehrenamtlich im Einsatz
Heinz Schmidtke (von links), Hélene Rhodin, Judith Knipp und Herbert Büsing sind Familienpaten mit Leib und Seele. Sie freuen sich, Familien zu unterstützen und bekommen dafür Dank und Familienanschluss als Lohn. FOTO: Wolfgang Kaiser
Stadt Willich. Das Begegnungszentrum Krumm ist auf der Suche nach weiteren Familienpaten. Elf Patenschaften laufen aktuell, einige davon schon seit vielen Jahren. Von Bianca Treffer

Wenn Heinz Schmidtke von seinen "Patenschaft-Enkelkindern" erzählt, dann leuchten seine Augen. Die Begeisterung ist dem 89-Jährigen anzusehen. "Eigentlich wollte ich gar kein Pate werden, aber das ist mir im Krumm so schmackhaft gemacht worden, dass ich einem ersten Treffen zugestimmt habe", verrät er lachend. Der Willicher kann sich noch genau daran erinnern. Der ältere der beiden Jungen lief damals auf ihn zu, rief "Hallo Opa" - und um Schmidtke war es geschehen.

Seit 2008 ist er bei seiner Patenfamilie im Einsatz und erlebt die Entwicklungsschritte der beiden Jungs sowie des mittlerweile dazu gekommenen Mädchens mit. "Ich habe die ganze Familie ins Herz geschlossen, und es macht mir einen Riesenspaß, Opa zu sein. Ich bin in die Familie integriert", freut sich Schmidtke.

Heléne Rhodin geht es nicht anders, wenngleich sie noch nicht so lange als Familienpatin im Einsatz ist, und das auch weniger in einer Omarolle. "Ich habe im Juli einen Aufruf in Sachen Familienpaten in der Zeitung gelesen und mich spontan gemeldet", erzählt die 42-Jährige. Sie kümmert sich seitdem um zwei Mädchen, wobei besonders die sprachliche Förderung im Vordergrund steht. Einmal in der Woche holt Rhodin die Mädels von der Kita ab, und dann geht es zu ihr. "Dabei machen wir ganz praktische Sprachförderung, sie läuft einfach nebenbei, wenn wir zusammen essen, spielen oder einkaufen gehen", berichtet Rhodin.

Einmal pro Woche bringt sich auch Herbert Büsing ein. "Als ich Rentner wurde, wollte ich gern ehrenamtlich tätig werden. Ich las von den Familienpaten und bewarb mich dafür", erzählt der 64-Jährige. Seitdem hat er eine Opa-Rolle übernommen. In der Familie, die einen Paten suchte, sind die Großeltern bereits gestorben. Der Familie war es aber wichtig, auch die ältere Generation mit einzubinden. So unternimmt die gesamte Familie immer etwas gemeinsam mit ihrem Opa. "Wir gehen unter anderem zusammen schwimmen, und an Weihnachten kommt meine Patenfamilie zu unserem Familientreffen dazu", erzählt Büsing. Und genau das ist auch das Besondere der Familienpaten: "Hier wird kein billiger Babysitter gesucht. Es geht nicht einfach um eine stundenweise Betreuung, sondern um den Familienanschluss. Es ist ein Geben und Nehmen", betont Judith Knipp vom Wekelner Begegnungszentrum Krumm.

Seit 2008 setzt das Krumm das Projekt Familienpate um, wobei es unter dem Titel "Leih-Oma" schon einige Zeit zuvor über den Kinderschutzbund und das Freiwilligenzentrum lief. Es sollte aber nicht weiter unter diesem Namen laufen, da schließlich nicht nur Bürger im Oma- beziehungsweise Opa-Alter angesprochen werden sollen. Die jüngste Patin ist nämlich gerade einmal 16 Jahre alt. Mit seinen 89 Jahren ist Schmidtke hingegen der älteste Familienpate.

Pate werden ist ganz einfach. "Man muss nur ein großes Herz für Kinder mitbringen", meint Knipp lächelnd und fügt an, dass es ein sehr intensives Ehrenamt mit viel persönlicher Beziehung sei. In der Praxis sieht es so aus, dass das Krumm über einen interessierten Familienpaten-Kandidaten das erweitere Führungszeugnis anfordert. Für den zukünftigen Paten entstehen dabei keine Kosten. Im Krumm führen Knipp und ihre Kollegin Heike Brings eine Kartei, in der genau festgehalten wird, wer einen Familienpaten sucht. "Wir führen mit den Familien als auch mit den möglichen Paten Erstgespräche, bei denen wir ein Profil aufnehmen. Ein erstes Kennenlernen findet dann im Krumm statt. Stimmt die Chemie, verselbstständigt es sich", berichtet Knipp. Bei Fragen und Problemen steht das Krumm aber jederzeit zur Seite. Dazu gibt es zweimal im Jahr ein Familienpatentreffen.

Quelle: RP
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