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Stadt Willich
Alte Platanen und neuer Kreisverkehr

Stadt Willich. Die Politik berät am Mittwoch darüber, ob der große Kreisverkehr in Willich nicht nur saniert, sondern komplett neu gebaut werden soll. Die Platanen an der Grabenstraße wurden ins Alleenkataster eingetragen und sind somit gesetzlich geschützt. Von Marc Schütz

Die erste Sitzung des Planungsausschusses nach der Sommerpause verspricht, vor allem für die Alt-Willicher Bürger spannend zu werden. Neben den neuen Plänen zur Marktplatz-Umgestaltung (die RP berichtete) stehen am Mittwoch um 18 Uhr im Technischen Rathaus in Neersen auch die Platanen an der Grabenstraße sowie der große Kreisverkehr in der Nähe der Feuerwache auf der Tagesordnung. Tenor aus der Sitzungsvorlage: Die Platanen werden wohl stehenbleiben, der Kreisverkehr könnte - entgegen bisheriger Planungen - komplett neu gebaut werden.

Bisher sollten lediglich der Fahrbahnbelag nebst Unterbau 2017 erneuert und die Pflasterflächen an den Einmündungen ersetzt werden - rund 20 Jahre soll die Fahrbahn dann halten. Denn der jetzige Zustand des Kreisverkehrs, an dem St. Töniser, Park-, Bahn- und Korschenbroicher Straße aufeinandertreffen, ist "bekanntermaßen schlecht", wie die Verwaltung in ihrer Vorlage deutlich urteilt. Und: "Bekanntermaßen staut sich der Verkehr bereits heute zu Verkehrsspitzenzeiten teilweise auf den Zubringern des Kreisverkehrs." Der Kreisverkehr sei zudem eine Unfallhäufungsstelle - maßgeblich ursächlich hierfür sei das Fehlverhalten der Verkehrsteilnehmer, insbesondere der Radfahrer, so die Verwaltung.

Am 16. August trafen sich Vertreter des Landesbetriebs Straßenbau NRW, der Verwaltung, der Feuerwehr, der Polizei und der Personennahverkehrsbetriebe zu einem Vorgespräch - und dabei wurde die Variante eines komplett neuen Kreisverkehrs ins Spiel gebracht.

Der Landesbetrieb habe, so die Stadtverwaltung, bereits in Aussicht gestellt, das Geld, das bisher für die Sanierung vorgesehen war (300.000 bis 400.000 Euro), zur Verfügung zu stellen, wenn die Stadt einen neuen Kreisverkehr baut. Die restlichen Kosten müsste dann die Stadt tragen, weshalb nun die Politik entscheiden muss, wie es weitergehen soll. Denn ein Neubau würde möglicherweise auch bedeuten, dass die Bushaltestellen verlegt werden und der Trennstreifen der St. Töniser Straße zwischen Zu- und Ausfahrt zum Kreisverkehr überfahren werden kann.

Fraglich ist nun, ob das Jahr 2017 für die Sanierung oder den Neubau des Kreisverkehrs gehalten werden kann. Denn: "In Bezug auf die Erreichbarkeit der Rettungs- und Feuerwache Willich - sowohl für die aufgrund des Einsatzrufes zur Feuerwache fahrenden Mitglieder, als auch für die ausfahrenden Feuer- und Rettungsfahrzeuge - sind die mit der Bauausführung einhergehenden Beeinträchtigungen erheblich", schreibt die Verwaltung. Die Wache verfügt derzeit nur über eine Zu- und Abfahrt an der St. Töniser Straße. Mit dem Wohngebiet "nördlich Reinershof" ist auch die Anlegung einer rückwärtigen Zufahrt für die Feuerwache als Verbindung zur Parkstraße vorgesehen. "Bei einer Sanierung des Kreisverkehrs zu einem verschobenen Zeitpunkt im Jahr 2018 wäre diese Zufahrt voraussichtlich fertiggestellt. Dies würde die verkehrliche Situation für die Einsatzkräfte während der Baumaßnahme wesentlich verbessern", so die Verwaltung weiter. Denn die Sanierung des Kreisverkehrs wird für etwa zehn Wochen eine halbseitige Sperrung bedeuten, wobei mindestens die Aufrechterhaltung der Verbindung St. Töniser Straße-Korschenbroicher Straße gewährleistet bleiben soll. Für die Verantwortlichen kommen die Baumaßnahmen nur während der Sommerferien infrage, da dann zumindest der Schülerverkehr entfällt.

Dauerhafte Folge wird übrigens die Drehung der Einbahnstraßenrichtung auf der Bahnstraße zwischen Kreisverkehr und Mühlenstraße sein. Das ist im Verkehrskonzept "Willich-Innenstadt" so vorgesehen. Durch eine Einbahnstraße stadteinwärts soll die Auffindbarkeit der Innenstadt verbessert werden und eine partielle Entlastung des Kreisverkehrs durch den Wegfall einer Zufahrt erfolgen.

Für Beschwerden der Anwohner der Grabenstraße haben in der Vergangenheit immer wieder die Platanen gesorgt. Die Wurzeln der Bäume heben an einigen Stellen den Gehweg an, was für Stolperfallen sorgt, und die Kronen berühren die Häuser. Vor der Sommerpause des Planungsausschusses wurden Stimmen laut, die darauf schließen ließen, dass die Bäume auf Dauer wohl gefällt werden müssten. Das dürfte nun allerdings nicht mehr so einfach möglich sein. Denn: Die Allee wurde kürzlich - auf Betreiben der Stadtverwaltung - ins Alleenkataster NRW aufgenommen und ist damit gesetzlich geschützt.

Eine von der Stadt beauftragte Gutachterin empfiehlt, an den Platanen in einem fünfjährlichen Turnus eine 10- bis 15-prozentige Kroneneinkürzung vorzunehmen, ohne zu große Schnittstellen zu verursachen und ohne in den Habitus der Bäume einzugreifen. Die Bäume sollten zudem pro Kalenderjahr zweimal in Hinblick auf ihre Verkehrssicherheit kontrolliert werden. Der zweite Durchgang im Jahr 2016 findet voraussichtlich im November statt. Sollten einzelne Äste bis an Gebäudemauern oder -dächer heranwachsen, sollen diese um maximal einen Meter gekürzt werden. "Dabei ist der Zeitpunkt losgelöst vom oben beschriebenen Pflegerückschnitt", so die Verwaltung.

Quelle: RP
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