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Stadt Willich
Am Grab von Johann Sebastian Bach in Leipzig singen

Stadt Willich. Die Evangelische Emmaus-Kirchengemeinde Willich ist seine erste Stelle - und er ist nach 40 Jahren immer noch gerne da. Von Anfang legte er ein hohes Tempo vor, denn nicht nur Pfeifer kann sein 40-jähriges Dienstjubiläum feiern, sondern auch die von ihm gegründete Emmaus-Kantorei wurde vor 40 Jahren gegründet. Beides wurde von Pfarrer Dr, Michael Haarmann und der Gemeinde gebührend gefeiert. Von Heribert Brinkmann

Pfeifer kann sich noch genau erinnern, wie alles begann. Er studierte noch an der Robert-Schumann-Hochschule in Düsseldorf. Dort am Aushang entdeckte er die Stellenausschreibung aus Willich. Er bewarb sich und wurde eingeladen. Mit dem Bahnbus fuhr er von Düsseldorf nach Willich zu Pfarrer Hermann Gutzeit. Der forderte ihn auf, an der Orgel mal "Lobe den Herren" von Joachim Neander (1680) zu spielen. Pfeifer tat, wie ihm geheißen, und Pfarrer Gutzeit sowie ein Kirchmeister sangen mit. Die erste Hürde war genommen. Schon als Kind wusste Pfeifer, was er werden wollte: Opernsänger oder Pfarrer. Als Kantor hat er beides verbunden.

Der frischgebackene Kantor - er war gerade 22 Jahre alt - fing ungestüm an. Er wollte gleich "was Tolles" machen und suchte sich etwas sehr Schwieriges aus. So wie "Als Maria übers Gebirge ging" von Erhard Nowak (1935). Chor und Kantor haben sich über die Jahre schrittweise angenähert. Aber von Anfang an haben sich alle viel vorgenommen. Höhepunkt sollte immer jedes Jahr ein großes Konzert werden. Diese wurden immer größer und umfangreicher, so dass sie in den Musikprojekten geöffnet und so deutlich erweitert wurden, dass auch große Oratorien aufgeführt werden konnten. Und jedes Jahr steht auch eine gemeinsame Chorreise an, anfangs nach Tours und Cambridge. Dieses Jahr geht sie nach Mecklenburg-Vorpommern, Leipzig (Nicolai- und Thomaskirche) und Halle. Am Grab von Johann Sebastian Bach in der Thomaskirche von Leipzig zu singen, sei schon ein besonderes Erlebnis.

Aber auch die Musik im Gottesdienst ist ihm ein "Herzthema". Bei allen Abendmahlsgottesdiensten und Feiertagen tritt die Kantorei an. Pfeifer, der seit 18 Jahren Kreiskantor ist, kümmert sich vor allem um den organistischen Nachwuchs. Doch er wohnt weiterhin in Düsseldorf, mittlerweile in Flingern.

Quelle: RP
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