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Stadt Kempen
Amadeus Guitar Duo auf Geburtstagstour

Stadt Kempen. Das bekannte und weitgereiste "Amadeus Guitar Duo" feiert in diesem Jahr sein 25-jähriges Bestehen und veranstaltet aus diesem Anlass eine zehn Konzerte umfassende Tournee durch Nordrhein-Westfalen. Startpunkt dieser "International Guitar Gala Night" war die bestens besuchte Paterskirche in Kempen - hier reichten selbst die Programme nicht aus. Von Heide Oehmen

Als Festgeschenk hatten die Amadeus-Gitarristen Dale Kavanagh und Thomas Kirchhoff die Konzert- Mitwirkung zweier Duos erhalten, mit denen das Ehepaar schon häufig zusammen musiziert hat - des Gitarrenduos Gruber & Makler und des Eden-Stell-Duos. Leider konnte die Kanadierin Kavanagh wegen einer Handverletzung nicht mitwirken - für sie sprang der Krefelder Professor Hans-Werner Huppertz ein. So fanden sich im dezent und stimmungsvoll erleuchteten Kirchenraum sechs hochkarätige Meister dieses oft zu mehr oder weniger versierter Liedbegleitung degradierten Instrumentes ein und brachten die gespannt lauschenden Zuhörer mehr als einmal zum Staunen.

In wechselnder Besetzung - als Duo, Quartett oder Sextett - wussten die bestens harmonierenden Musiker vor allem in Bearbeitung von Kompositionen aus Barock, Klassik und Romantik zu gefallen. Bereits das Quintett für Streichquartett und Gitarre Nr.4 D-Dur von Luigi Boccherini (1743-1805) - hier als Sextett bearbeitet - zeigte die interpretatorische Sorgfalt, mit der die feinnervigen Künstler zu Werke gingen.

Im Quartett erklangen Tänze von Michael Praetorius (1571-1621), in denen eingängige Melodien in vorbildlichem Legato herausgearbeitet wurden. Georg Friedrich Händel war mit seiner Suite g-Moll für Cembalo vertreten, deren Ouvertüre und Passacaglia im Duettieren zweier glänzend disponierter Gitarristen mindestens so wirkungsvoll wie im Original erschien. Das galt ebenso für eine Klaviersuite des nachromantischen Franzosen Francis Poulenc (1899-1963) und für zwei Tänze des Spaniers Manuel de Falla (1876-1946), die mit südländischem Flair ein wenig den trüben Novembertag vergessen ließen.

Zum klanglichen und interpretatorischen Höhepunkt des kurzweiligen Konzertes wurden jedoch Thema und Variationen aus op.18 von Johannes Brahms - im Original ein Streichsextett - das die Gäste auf eine so subtile Weise zu Gehör brachten, dass das Publikum wirklich Streichinstrumente zu vernehmen meinte. Damit hätte der Abend ausklingen sollen - das abschließende, etwas stereotype "Palladio" von Karl Jenkins (geb.1944) konnte nach einem solchen Ohrenschmaus seine Wirkung nicht mehr so recht entfalten.

Das Auditorium dankte begeistert, und Thomas Kirchhoff hatte noch eine Überraschung parat: Er lobte eine seiner CDs aus für denjenigen, der die nicht gerade gängige Zugabe erraten würde. Und wirklich - eine Dame nannte den richtigen Komponistennamen: Alexander Borodin.

Quelle: RP
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