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Stadt Willich
Annabelle ist Gloria auf den Fersen

Stadt Willich: Annabelle ist Gloria auf den Fersen
Landwirt André Sieben erntet jetzt die neuen Kartoffeln. FOTO: Wolfgang Kaiser
Stadt Willich. Auf den Feldern sind die Kartoffelroder im ersten Einsatz. Die Ernte der Frühkartoffeln läuft an. Von Bianca Treffer

Wer schon sehnsuchtsvoll auf die ersten neuen hiesigen Kartoffeln gewartet hat, der kann sich freuen. Die neue Ernte hat begonnen. Beim Kartoffelhof Sieben ist der Roder am Montag zum ersten Mal über das Feld gefahren und hat die Gloria aus der Erde geholt.

"Ich hatte schon eine Woche früher den ersten Versuch gestartet und mit der Grabgabel eine Kartoffelstaude geerntet. Die Kartoffeln waren aber noch zu klein, wenngleich sie schon sehr lecker geschmeckt haben", sagt Hans-Leo Sieben, der sein Produkt direkt in den Kochtopf packte und testete und danach eine Woche lang ungeduldig wartete. Innerhalb der einen Woche habe man den Erdäpfeln beim Wachsen zuschauen können, fügt der Clörather Landwirt an.

Tendenziell startet die neue Kartoffelernte in diesem Jahr etwas später - und das schon im zweiten Jahr in Folge. Wenn das Wetter mitspielt, können die hiesigen Frühkartoffeln schon Anfang Mai in den Verkauf gehen, diesmal war hingegen der 15. Mai bei Sieben der Auftakttag. In diesem Jahr präsentierte sich der April, der für die frühen Kartoffeln entscheidend ist, sehr kalt, und die Erdäpfel brauchen Wärme zum Wachsen. Zwar fing der April mit warmen Tagen an, aber danach fielen die Temperaturen ab, und die einsetzenden Nachfröste mochten die Kartoffeln gar nicht. Bei den Landwirten gingen die Frostschutzberegnungen an. Für die Landwirte hieß dies nicht nur aufmerksam die Wetterberichte studieren, sondern sich auch auf die eigene Nase und den Wecker verlassen. Das bedeutete schon am Abend: gut gucken und beobachten. "Wenn es sternenklar ist und kein Wind weht, ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass es friert", weiß Sieben aus seiner langjährigen Erfahrung. So ging in einigen Nächten der Wecker jede Stunde, um die Temperaturkurve im Auge zu behalten, wobei die Außenthermometer auf dem Kartoffelhof mit dem heimischen Computer vernetzt sind. "Dort, wo die Beregnung nicht zum Einsatz kam, ist das Kartoffelgrün zurückgefroren. Das wirft die Pflanze entsprechend zurück. Sie holt das zwar wieder auf, aber kann dadurch erst später geerntete werden", informiert Ludger Hügens.

Der Anrather Landwirt hat in diesem Jahr bei den Frühkartoffeln auf die Sorte Annabelle gesetzt, die ein klein wenig später geerntet wird als Gloria. Hügens rechnet daher im Laufe der nächsten Woche mit den ersten eigenen Kartoffeln. Ob Gloria oder Annabelle - beide Sorten sind bewährt und geschmacklich sehr gut, wobei die spätere Sorte von der Farbgebung ein tieferes Gelb aufweist als die Gloria. Es gibt auch noch frühere Sorten, aber die Landwirte haben festgestellt, dass diese geschmacklich doch sehr abfallen und auch optisch mit ihrer eher weißlichen Grundfarbe beim Verbraucher nicht so gut ankommen.

Aktuell sind natürlich auch noch die Kartoffeln vom Vorjahr in den Hofläden und Verbrauchermärkten zu finden. Dank moderner Kühllager, über die die Landwirte verfügen, ist es kein Problem, die Kartoffeln zu lagern. Die Klimatisierung ist aufwendig, denn Kartoffeln brauchen konstant fünf Grad. Geht die Temperatur unter vier Grad, so verzuckert die Stärke, und die Kartoffeln bekommen einen süßlichen Geschmack. Zudem muss die Luftfeuchtigkeit stimmen, denn wird es zu trocken, schrumpelt die Kartoffel. Denn sie besteht aus rund 80 Prozent Wasser.

Quelle: RP
 
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