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Stadt Willich
Anwohner informierten sich über Flüchtlingsbauten

Stadt Willich. Die Runden Tische mit den Informationen zu den neuen Flüchtlingsunterkünften wurden in Schiefbahn und Neersen fortgesetzt. Es ging dabei um die Flüchtlinge, die zum späteren Zeitpunkt anerkannt werden und dann unter anderem von den relativ großen "Flüchtlingsdörfern" in Willich (Moltkestraße, bis 280 Personen) und Schiefbahn (Bolzplatzweg, bis 320) in die neu gebauten Wohnungen wechseln.

So sollen an der Schiefbahner Fontanestraße in neun Reihenhäusern maximal 60 Personen leben, Am Bruch in Neersen sollen es in einer Reihenhausgruppe und einem Doppelhaus 35 bis 40 Menschen sein. Und am Ende des Rubensweges in Schiefbahn soll ein zweieinhalbgeschossiges Mehrfamilienhaus mit elf Wohneinheiten für 60 bis 65 anerkannte Asylbewerber entstehen.

Der fünfte und letzte Runde Tisch fand jetzt zum Rubensweg mit etwa 30 Anwohnern in der Schiefbahner Kulturhalle statt. Die zwei Beigeordneten der Stadt, Brigitte Schwerdtfeger und Martina Stall, machten die Notwendigkeit deutlich. Stall führte aus, dass unabhängig vom neuen Bebauungsplangebiet, das dort direkt neben dem Rubensweg im "Schiefbahner Dreieck" ausgewiesen werden soll und mit dessen Rechtskraft sie bereits Mitte 2016 rechne, dieses Mehrfamilienhaus nach den geänderten Bestimmungen des Bundesbaugesetzes für die Flüchtlinge gebaut werden könne. Baubeginn werde im Frühjahr sein.

Und wie Am Bruch in Neersen oder an der Fontanestraße in Schiefbahn würden aus den Häusern nach einer zehnjährigen Bindungsfrist Sozialwohnungen. Das Haus erhalte dann später einen Aufzug und Balkone. In der Kulturhalle äußerten Anwohner die Befürchtung, dass dort weitere Flüchtlingsheime entstehen könnten, zumal am Rande dieses Plangebietes drei weitere solcher Mehrfamilienhäuser vorgesehen sind. Dies verneinten die Beigeordneten. Die anderen Wohnhäuser würden nach Rechtskraft des Planes auf dem freien sozialen Wohnungsmarkt angeboten. Interesse daran, auch am Bau der Flüchtlingsunterkunft, hat bereits die Gemeinnützige Wohnungsgesellschaft des Kreises geäußert.

Ebenfalls etwa 30 Anwohner waren zu den Unterkünften an der Fontanestraße in die Mensa des St.- Bernhard-Gymnasiums gekommen. Die Anwohner-Initiative wiederholte ihren Wunsch, die Zahl der Reihenhäuser zu reduzieren, sodass dann wirklich eine Integration erfolgen könne. Auch die Sorge wurde geäußert, dass die Baukörper zu schlicht seien und daher nicht in dieses Wohngebiet passen könnten.

Erster Beigeordneter Willy Kerbusch machte deutlich, dass grundsätzlich eine Reduzierung der Baukörper nicht infrage kommen könne. Wohl aber eventuell eine aufgelockerte und nicht zu hohe Bebauung. Kerbusch: "Und da entstehen keine schlichten Wohnungen, sondern welche, die wir zum späteren Zeitpunkt auf dem sozialen Wohnungsmarkt anbieten werden." Hierzu wird jetzt noch geklärt, unter welchen Fördervoraussetzungen schnell eine Umwidmung dieser Unterkünfte in freie Wohnungen erfolgen kann. Kerbusch sicherte der Initiative um Marc Puschmann eine weitere Gesprächsrunde zu, wenn das Aussehen und die genaue Größe der Reihenhäuser feststünden.

Etwa ein Dutzend Anwohner der Straße Am Bruch kamen zur Diskussionsrunde ins Neersener Schloss. Dort wurden unter anderem Fragen zur verkehrlichen Anbindung gestellt und von einigen der Wunsch geäußert, das Baugebiet mit anderen normalen Wohnungen weiterzuentwickeln. Darüber entscheidet bald der Planungsausschuss. Jedenfalls werde es nach dem gegenwärtigen Stand der Dinge sowohl an der Fontanestraße, am Rubensweg als auch Am Bruch keine weiteren Flüchtlingsbauten als derzeit beabsichtigt geben, versicherten die Beigeordneten. Dies ist allerdings ohne Gewähr. Der Kommentar von Martina Stall in der Kulturhalle: "Denn wir wissen letztendlich nicht, was zukünftig noch an Flüchtlingen aus uns zukommt."

(schö)
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