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Stadt Willich
Archiv-Debatte wird in den Stadtrat verlegt

Stadt Willich. Beim Thema Kreisarchiv waren sich Verwaltung und Politik im Haupt- und Finanzausschuss (HuF) dann letztlich einig: Die Verwaltung soll erst einmal weitere Gespräche mit dem Kreis Viersen führen, bevor Willich entscheidet, wie das weitere Vorgehen sein soll. Damit nahm der Ausschuss den Beschlussvorschlag vorweg, den die Verwaltung in der nächsten Ratssitzung (7. Juli) zum Thema vorlegt.

Auslöser der Diskussion im HuF war eine Vorlage der Verwaltung mit Anfragen der CDU, die eigentlich im Ausschuss beantwortet werden sollte. In Willich werden bekanntlich derzeit mehrere Varianten überdacht: Das bislang eigenständige Stadtarchiv geht ins Kreisarchiv über und das Kreisarchiv zieht aus Kempen in einen Neubau in Willich um. Oder Willich baut ein eigenständiges Stadtarchiv auf und holt Alt-Bestände aus dem Kreisarchiv zurück. Oder die Willicher Alt-Bestände bleiben im Kreisarchiv, das Stadtarchiv betreut die Unterlagen seit der kommunalen Neuordnung. Außerdem wäre eine interkommunale Zusammenarbeit mit Viersen möglich.

Die Verwaltung hatte zu allen von der CDU angesprochenen Varian-ten Antworten gegeben, die waren aus Sicht der CDU aber nicht aussagekräftig. Deren Obmann Wolfgang Dille bat darum, "belastbare Zahlen zu den Kosten gemeinsam mit Kreisvertretern zu ermitteln". Der SPD-Fraktionsvorsitzende Bernd-Dieter Röhrscheid meinte, wenn er den Landrat Andreas Coenen richtig verstehe, sei der der Auffassung, er könne Zahlen erst nennen, wenn klar sei, wie viele Kommunen in das Kreisarchiv übergeben bzw. dort wie bisher belassen. Das sei aber wie "etwas in der Dose kaufen." Der CDU-Fraktionsvorsitzende Johannes Bäumges nutzte eine ähnliche Formulierung, sah die Haltung des Kreises aber nicht ein. Er betonte, "heute kann man mit Szenarien rechnen." Er habe Informationen, dass die Stadt Viersen (die in einer vergleichbaren Situation ist und ebenfalls vom Kreis bezüglich einer Archiv-Überführung angefragt worden ist, die Red.) ebenfalls erst im September eine Entscheidung treffen wolle. Diese Auffassung bestätigte Bernd Hitschler, Geschäftsbereichsleiter Schule, Sport, Kultur, der vor 14 Tagen entsprechend mit seiner Kollegin in Viersen gesprochen hatte.

Franz-Josef Stapel (FDP) machte zu einem anderen Aspekt eine persönliche Anmerkung: Als möglicher Standort für das Kreisarchiv ist ein Grundstück neben dem St. Bernhard-Gymnasium, das sich noch in Privatbesitz befindet, im Gespräch. Er sei "befremdet", dass dieser Eigentümer das Grundstück jetzt für einen Archiv-Bau verkaufen wolle. Dieser habe doch vor einigen Monaten, als die Stadt das gleiche Grundstück für den Bau von Häusern für Asylbewerber geprüft hatte, einen Verkauf angelehnt.

Die Technische Beigeordnete Martina Stall korrigierte das: Grundsätzlich sei das Grundstück mit weiteren als größere Fläche im neuen Regionalplan der Bezirksregierung für eine Wohnbebauung vorgesehen, der Eigentümer wolle aber erst verkaufen, wenn es dafür ein Gesamtkonzept gibt. Letztlich war es auch Stall, die auf den Verwaltungsvorschlag für die Ratssitzung verwies und damit die Diskussion im HuF beendete.

(djm)
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