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Stadt Willich
Auf der Suche nach Fahrern

Stadt Willich: Auf der Suche nach Fahrern
Vor zwei Jahren feierte der Bürgerbusverein Anrath sein zehnjähriges Bestehen, nächsten Monat wird der 100 00. Fahrgast erwartet. Der Vorsitzende Matthias Zeies sucht jedoch händeringend neue Fahrer. FOTO: Wolfgang Kaiser
Stadt Willich. Der Bürgerbusverein Anrath braucht Unterstützung. Es fehlt an ehrenamtlichen Fahrern, um das Angebot auch zukünftig in seiner gewohnten Form anbieten zu können. Von Bianca Treffer

Seit dem 1. Dezember 2003 dreht er Tag für Tag elf Runden durch Anrath, wobei durchschnittlich 900 Bürger pro Monat das Angebot nutzen. Die Rede ist vom Bürgerbus. Doch damit das gut angenommene Angebot so bleiben kann, wie es ist, benötigt der Bürgerbusverein Anrath dringend Unterstützung.

"Wir suchen neue Fahrer", bringt es Matthias Zeies, Vorsitzender des Vereins kurz und knapp auf den Punkt. Waren es in Spitzenzeiten bis zu 38 Helfer, die den Bus steuerten, so sind es aktuell noch 32 Ehrenamtler, Tendenz fallend. "In diesem Jahr scheiden aus Altersgründen - viele sind schließlich seit der ersten Stunde dabei und haben ein dementsprechendes Alter erreicht - noch weitere Fahrer aus, sodass wir unter die Zahl 30 rutschen werden. 30 ist eine Schmerzgrenze. Liegen wir darunter, können wir die Fahrer nicht mehr so problemlos einteilen", informiert Geschäftsführer Charly Hübner von der Stadt Willich.

Bislang ist es so, dass aufgrund der ausreichenden Anzahl jeder einmal in der Woche für zwei bis drei Stunden in den Einsatz geht. Auch Vertretungen bei Urlaub oder Krankheit sind kein Problem. Bei einer sinkenden Zahl ist dies nicht mehr möglich. Entweder müsste jeder einzelne mehr fahren - etwas, was der Bürgerbusverein verhindern möchte, schließlich bringt sich jeder ehrenamtlich ein und leistet damit schon einen großen Beitrag zum Allgemeinwohl -, oder es würde zu einer Reduzierung der allgemeinen Fahrzeiten kommen. Statt elf Runden durch Anrath könnten dann vielleicht nur zehn oder weniger Fahrten pro Tag angeboten werden. Eine Lösung, die aber ebenso wenig im Sinne des Vereins ist. "Jeder ab 21 Jahren, der den ganz normalen Autoführerschein hat, kann Bürgerbusfahrer werden", sagt Zeies.

Bei den weiteren benötigten Voraussetzungen steht der Verein hilfreich zur Seite. Die Ehrenamtler benötigen nämlich einen Personenbeförderungsschein, ein polizeiliches Führungszeugnis, ein Gesundheitszeugnis und einen EU-Führerschein. "Wir nennen Interessierten die benötigten Ansprechpartner, helfen bei der Beschaffung der Unterlagen und übernehmen auch die entstehenden Kosten", betont Hübner. Dazu gibt es ein Handbuch, das über die Rechte und Pflichten als Busfahrer aufklärt. Versichert sind alle über die SWK, wobei der Verein eine zusätzliche Rechtsschutzversicherung für die Fahrer abschließt. Versicherungstechnische Sorgen muss sich so niemand machen, der sich ehrenamtlich einbringen möchte.

Der Verein bietet Interessierten auch an, einfach selbst mal eine Runde mit dem Wagenmeister im Bürgerbus zu fahren, um zu sehen, ob die Aufgabe als Fahrer infrage kommt. Schließlich ist es doch ein kleiner Unterschied, ein Fahrzeug zu steuern, das Platz für acht Mitfahrer hat. Wer dann letztendlich als Fahrer einsteigen möchte erhält eine offizielle Einführung durch einen Fahrlehrer der SWK. Die ersten Touren können auf Wunsch auch zusammen mit einem erfahrenen Bürgerbusfahrer erfolgen.

Über einen monatlichen Plan werden jedem Ehrenamtler seine Fahrzeiten mitgeteilt, wobei persönliche Wünsche berücksichtigt werden. "Die Einteilung ist wirklich flexibel. Wir haben keinen starren Plan", hebt Hübner hervor. Gefahren wird von Montag bis Freitag sowie einen Teil des Samstags. Alle zwei Monate bietet der Verein einen Infoabend für alle Mitstreiter an. Man macht gemeinsam Rad- sowie Tagestouren, und es gibt eine Weihnachtsfeier. "Die Geselligkeit kommt also auch nicht zu kurz", sagt Zeies. Im nächsten Monat wird übrigens der 100 000. Fahrgast des Anrather Bürgerbusses erwartet.

Quelle: RP
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