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Stadt Willich
Aufnahmestopp bei der Willicher Tafel

Stadt Willich. Die Willicher Tafel hat einen sofortigen Aufnahmestopp erklärt. Von Heribert Brinkmann

Wie die Vorsitzende Sabine Neumann gestern erklärte, betreuen die Ehrenamtler derzeit 1050 bedürftige Menschen, darunter rund 400 Kinder. Da die Kapazitäten der Helfer, aber noch mehr die Menge der gespendeten Lebensmittel Grenzen setzten, können keine weitere Empfänger angenommen werden. Das gilt auch für die Flüchtlingsunterkunft an der Moltkestraße. Dort errichtete die Stadt 70 Wohncontainer für jeweils vier Personen. Weitere 280 Menschen mit Nahrungsmitteln zu versorgen, sei für die Willicher Tafel nicht darstellbar. Zurzeit suche die Tafel das Gespräch mit der Stadtverwaltung, um eine Lösung zu finden. Nächste Woche wird ein anderes Problem gelöst. Die Stadt hat der Willicher Tafel an der Kochstraße einen Raum für eine neue Ausgabestelle umgebaut und zur Verfügung gestellt. Die neue Ausgabestelle wird nächste Woche offiziell vorgestellt.

Durch die vielen Flüchtlinge in Willich hatte sich die Zahl der Besucher der Ausgabestelle in der Jakob-Frentzen-Halle fast verdoppelt. Das bedeutete teilweise Wartezeiten bis zu drei Stunden. Die Zustände waren für die Helfer wie für die Bedürftigen nicht mehr haltbar. Mit der neuen Ausgabestelle an der Kochstraße hat die Stadt eine Lösung für dieses Problem gefunden.

Die Willicher Tafel existiert in diesem Jahr zehn Jahre. Die Zahl der Bedürftigen ist in dieser Zeit beständig gestiegen. Rund ein Drittel der Empfänger sind Flüchtlinge und Asylbewerber oder Asylanten. Die Flüchtlinge etwa in der Niershalle oder im ehemaligen Katharinenhospital, für die ein Catering besteht, gehören nicht dazu. Es handelt sich um die Flüchtlinge, die im Stadtgebiet von Willich von der Stadt in Wohnungen untergebracht sind. Ausgabestellen gibt es in allen Ortsteilen, 86 ehrenamtliche Helfer sorgen dafür, dass an allen Wochentagen eine Ausgabe stattfinden kann, vorher werden Lebensmittel eingesammelt, gelagert und sortiert. Weitere Fahrer für die großen Lieferwagen werden noch gesucht.

Für den bisherigen Betrieb sind die zu verteilenden Lebensmittel noch ausreichend. Alle ortsansässigen Einzelhändler, dazu Landwirte, Bäckereien und Metzgereien arbeiten mit der Willicher Tafel zusammen. Teilweise gibt es auch mit dem Lions Club und der Tönisvorster Hilfe Kooperationen. Die Tafeln sind auf Lebensmittelspenden angewiesen, der Kauf von Lebensmittel ist nach den Statuten nicht vorgesehen. Mit Geldspenden wird das Benzin für die Fahrten bezahlt. Zu den Empfängern der Lebensmittel zählen Bezieher von Hartz IV oder ähnlichen Leistungen. Zur Tafel kommen Alleinstehende wie ganze Familien und natürlich auch Alleinerziehende. Manche kommen regelmäßig jede Woche, andere am Monatsende, wenn das Geld nicht mehr reicht.

Sabine Neumann wurde Ende April neu zur Vorsitzenden gewählt. Die 58-jährige Vorruheständlerin kam über die Freiwilligenzentrale zur Willicher Tafel.

Wer spenden will, hier die Kontoverbindung der Willicher Tafel: Volksbank Mönchengladbach IBAN: DE86 310 605 17 311 009 6010 BIC: GENODED1MR

Quelle: RP
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