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Stadt Kempen
Aus dem KKV wird der "Zint-Huppert-Kaak-Verein"

Mit seiner Rede sorgte Bürgermeister Volker Rübo bei der Prinzen-Proklamation für einen Höhepunkt des Abends, bei dem viele Besucher Tränen lachten. Mit den Worten "lieber in Ehren ergrauter Kempener Karnevalsverein" begrüßte er die Organisatoren. Vor Jahren hätten im Forum nach einem Konzert einer belgischen Jazz-Sängerin mitgereiste Fans ins Gästebuch geschrieben: "A wonderful concert in the middle of nowhere." Als Kulturdezernent habe ihn dieser Kommentar schwer getroffen: "Wie schafft es dieses middle of nowehre, Karnevalsprinzen fast wie am Fließband zu produzieren, die sich mit ihrer Herkunft auch noch schmücken. Einige haben sogar ihr Ornat kunstvoll in Grün und Gelb ausführen lassen, anstatt in den hoch geheiligten Farben des Zentrums der Welt, Rot und Blau." Und jetzt müssten die Narren in den nächsten drei Jahren statt "Rot und Blau, Kempen helau" wieder "Zint Huppert Kaak" rufen, "wie die Krähen am lebendigsten Ort St. Huberts, auf dem Friedhof": "Aber die Hüppersche sind ein Völkchen, das wie Pech und Schwefel zusammenhält. Sie überzeugen jeden davon, dass St. Hubert der Nabel der Welt ist. Ein kritisches Wort, und die Freundschaft ist aus." Rübos Hoffnung, dass nicht viele St. Huberter im Saal sind, erfüllte sich angesichts der Pfiffe nicht: "Ich glaube, es sieht nicht gut für mich aus. Ich hatte gedacht, die Wahrscheinlichkeit ist groß. Bekanntlich fehlt den Menschen vom Dorf die Orientierung in die Metropole des Niederrheins schwer. Aber heute haben sie es offensichtlich geschafft." Nach intensiven Recherchen sei Rübo sicher, dass hinter der Prinzenflut aus dem Kendeldorf der Heimatverein St. Hubert steckt: "Er versucht, Kempen zu unterwandern. Er versucht, seine Anhänger in Machtpositionen zu bringen. Zwei stellvertretende Bürgermeister, zwei Fraktionsvorsitzende sowie ein Bundestagsabgeordneter sind bereits platziert. Was jetzt noch fehlt, natürlich der Anführer, der das Rathaus erobert. Drei Prinzen haben das schon vergeigt. Der Vierte soll es nun richten. Meisterlich ist er auf seine Mission als 004 vorbereitet worden." Rübo vermutet, dass der Heimatverein für Prinz Rainer I. seit 1992 die Mitgliedsbeiträge an den KKV bezahle. Der habe sich dann in den Vorstand, in dieses "einmalige, mafiaähnliche Machtzentrum des Kempener Karnevals vorgearbeitet": "Er übernahm die Kasse. Wer das Geld hat, hat die Macht. Als Mitglied des Triumvirats, das die Prinzen aussucht, hat er sich vor einem Jahr selbst die Krone aufgesetzt. Seit Jahrzehnten träumt er davon, ins Rathaus einzuziehen und aus dem Kempener Karnevals-Verein den Zint-Huppert-Kaak-Verein" zu machen."

(hgs)
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