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Stadt Willich
Auszubildende helfen ihren Betrieben beim Energiesparen

Stadt Willich: Auszubildende helfen ihren Betrieben beim Energiesparen
Sophie Wemmer, Elisa Brosch, Tim van Bebber und Justin Azmani sind Auszubildende des Emmericher Chemiewerks Oleon und sogenannte Energiescouts. FOTO: Kaiser
Stadt Willich. Beim Energieeffizienzforum Niederrhein in Willich wurde ein Projekt der IHK vorgestellt: Auszubildende suchen in ihren Betrieben nach Sparpotenzialen. Von Willi Schöfer

Die vier jungen Leute waren die Stars des frühen Abends: Die Auszubildenden des Emmericher Chemiewerks Oleon sind sogenannte Energiescouts und gehen mit offenen Augen durch ihren Betrieb, um Sparpotenziale zu erkennen. So hatten sie beim Rundgang festgestellt, dass das bei der Produktion entstehende Kondenswasser im wahrsten Sinne verdampft. Mit einem gebrauchten Wärmetauscher, der nicht mehr gebraucht wurde, entwickelten sie das Konzept, einen Teil dieses Kondenswasser wieder zu nutzen. Und sie wiesen nach, dass sich diese Investition in noch nicht einmal drei Jahren amortisieren kann.

Erstmals fand im Willicher Gründerzentrum das Effizienzforum Niederrhein statt. Etwa 25 Firmenvertreter, aber auch Vertreter von Stadtverwaltung und Stadtwerken Willich waren gekommen, hörten sich erst einmal von leitenden Angestellten der Effizienz-Agentur NRW und der EnergieAgentur NRW, Christopher Buers und Patrick Abel, die Möglichkeiten an, Konzepte hin zu einem besseren und energiebewussten Klima in ihren Betrieben zu entwickeln oder erst einmal dafür die Fachberater mit der Erarbeitung entsprechender Konzepte zu beauftragen. Fördertöpfe wurden aufgezeigt. Es ging dabei auch darum, die Mitarbeiter zu schulen und sie zu aufmerksamen und energieeffizienten Nutzern zu machen.

Dabei wurde vom Energieeffizienz-Lotsen der IHK Mittlerer Niederrhein, Jochen Ohligs, dieses besondere Qualifizierungsangebot der Energiescouts für die Auszubildenden vorgestellt. Es geht darum, dass die jungen Leute Energie-Einsparpotenziale in ihren Betrieben erkennen und dokumentieren.

"Natürlich hatten wir auch Anlaufschwierigkeiten. Wir hatten eine zu optimistische Zeitplanung, und es gab einige Missverständnisse. Aber wir sind dran geblieben und haben eine ganz andere Sicht entwickelt, wenn wir jetzt durch unseren Betrieb gehen", sagte Justin Azmani. Der 20-jährige ist im dritten Lehrjahr und lässt sich im Emmericher Chemiewerk Oleon als Chemikant ausbilden. Er ist nur einer der jungen Energiescouts der IHK Niederrhein (Duisburg, Kleve und Wesel). Jetzt werden Betriebe gesucht, die auch im IHK-Bezirk des Mittleren Niederrheins, also in den Kreisen Viersen und Neuss sowie in den Städten Krefeld und Mönchengladbach, einige ihrer Auszubildenden an diesem Qualifizierungsangebot teilnehmen lassen.

Ohligs erläuterte: Interessierte Auszubildende der entsprechenden Firmen bilden zwei- bis vierköpfige Projektteams und haben dann neun Monate Zeit, ihre Ideen zu entwickeln. In dieser Zeit finden neben ihrer Ausbildung drei Workshops mit Beratern statt, bei denen unter anderem Hilfen bei der Umsetzung und Präsentation gegeben werden. "Und wir wollen mit diesem Projekt im Frühjahr 2017 bei uns starten", sagte Ohligs. Infos dazu gibt es in den nächsten Tagen im Internet unter www.energieeffizienz-ihk.de, sie können aber auch bei ihm selbst angefordert werden: ohligsj@neuss.ihk.de.

Zuletzt hatten sich bei der IHK Niederrhein 16 Unternehmen mit 48 Auszubildenden an dem Projekt beteiligt. Und das Siegerteam war beim Forum in Willich auch dabei, neben Justin Azmani waren dies Sophie Wemmer (19), Elisa Brosch (22) und Tim van Bebber (20). "Solche Energiescouts wären doch auch was für unsere Stadtverwaltung oder?", fragte Bernd-Dieter Röhrscheid (SPD-Ratsherr in Willich). "Im Prinzip ja, aber wir sind leider nicht Mitglied bei der IHK", konstatierte die Technische Beigeordnete Martina Stall. Woraufhin Jochen Ohligs wenig später auf Nachfrage der RP sagte: "Wir müssen mal prüfen, ob eine Kooperation nicht doch möglich ist."

Quelle: RP
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