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Stadt Willich
Azubis wurden losgesprochen

Stadt Willich: Azubis wurden losgesprochen
Im Schloss Neersen wurden kürzlich die Auszubildenden des Maler- und Lackiererhandwerks losgesprochen. FOTO: Kaiser
Stadt Willich. Die Maler- und Lackierer-Innung feierte mit Junggesellen im Neersener Schloss. Von Willi Schöfer

"Ich war früher immer handwerklich so einigermaßen geschickt, das habe ich von meinem Vater", sagte, bevor die eigentliche Feierstunde losging, die 21-jährige Shirin Ammicht aus Lobberich. Sie bekam es jetzt schwarz auf weiß: Shirin ist eine Junggesellin. Und aus dem 20-jährigen Lucas Klein aus Tönisvorst wurde ein Junggeselle. Mit den Beiden wurden jetzt mehr als 30 Maler und Lackierer und einige Bauten- und Objektbeschichter von der Maler- und Lackierer-Innung losgesprochen.

Lucas Klein, der beim Malermeister Poscher in Anrath seine Lehre gemacht hatte, freute sich vor allem darüber, dass er von seiner Ausbildungsfirma übernommen worden ist und dass er anstelle seiner Ausbildungsvergütung von zuletzt netto etwa 580 Euro bald einen Gesellenlohn von brutto rund 2200 Euro auf seiner monatlichen Lohnabrechnung stehen hat. Auch Shirin Ammicht hatte Glück, darf in ihrer Ausbildungsfirma Deckers in Nettetal als Gesellin weiter arbeiten.

Wie seit einigen Jahren fand die Lossprechung erneut im Neersener Schloss statt. Bevor es soweit war, wurden die bisherigen Auszubildenden aus dem Kreis Viersen und aus der Stadt Krefeld nach bestandener Prüfung feierlich von den Pflichten der Lehrzeit entbunden und in den Stand der Gesellen erhoben. Dazu gratulierten Willichs Vize-Bürgermeister Guido Görtz, Obermeister Ingo Pawlowski und der Festredner, CDU-Landtagsabgeordneter Dr. Marcus Optendrenk.

Optendrenk erinnerte daran, dass in diesem Handwerk die Anforderungen, Aufgabenbereiche und Kundenwünsche im Laufe der Zeit immer umfangreicher geworden seien und dadurch die Fachkenntnisse auch. Mit einfachen Spachtel- oder Tapezierarbeiten sei es schon längst nicht mehr getan. "Nutzen Sie ihren Abschluss und die Chance, ihre Zukunft selbst zu gestalten und sich weiterzubilden", meinte Optendrenk.

Viele Eltern, einige Vertreter der Ausbildungsbetriebe und die Berufsschullehrer waren mit dabei. Die Zeugnisse gaben die Prüfungsausschuss-Vorsitzenden Dietmar Seefeldt (für den Kreis Viersen) und Günter Kother (Krefeld) aus. Beide äußerten sich vor der Lossprechung im Gespräch mit der Rheinischen Post aber auch durchaus kritisch. "Heutzutage kümmern sich einige der Auszubildenden tagsüber mehr um ihre Kontakte in den sozialen Medien als um ihre Arbeit", monierten beide Lehrlingswarte. Sehr hoch sei dann auch die Zahl derjenigen gewesen, die es nicht geschafft hätten. Gleich sieben junge Leute fielen in Krefeld durch die Prüfungen, vier waren es im Kreis Viersen.

"Hinzu kommt, dass generell die Bereitschaft abgenommen hat, dieses Handwerk zu erlernen", bestätigte auch Dietmar Seefeldt, dass das Niveau im Vergleich zu früheren Jahrzehnten abgenommen habe. Auch von einigen Betrieben wünschte er sich eine fachgerechtere Ausbildung.

Völlig unterschiedlich waren zuletzt die Zahl der neuen Azubis: Während sie bei den Malern und Lackierer im Kreis Viersen im ersten Lehrjahr von 30 auf zuletzt 16 zurückging, stieg sie in diesem Jahr für den Krefelder Standort von sieben auf 15 an. Nach Gründen und Ursachen wird geforscht. Seefeldt: "Vielleicht müssen wir den jungen Leuten mehr Anreize geben, dieses Handwerk zu erlernen, wie in Bayern, wo teilweise die Azubis nach erfolgreichem Abschluss sogar einen Laptop bekommen."

Die Zeugnisse bekamen auch diejenigen, die im Winter ihre Prüfung abgelegt hatten. Aus den hiesigen Regionen waren erfolgreich, aus Nettetal: Shirin Ammicht, Mike Kluge, Richard Drabben, Jens Heyer; aus Grefrath: Maximilian Maaßen, Michele Rötters; aus Tönisvorst: Lucas Klein, Manuela Steggerda; aus Willich: Pascal Blankenagel, Dominik Klein; aus Kempen: Tobias Führer, Kristian Leersmacher; aus Viersen: Damian Kellershoff, Nick Kessler, Timo Stemmer, Tran Thanh Liem - außerdem die neuen Bauten- und Objektbeschichter Jannik Koslowski aus Schwalmtal und Cedric Palm aus Nettetal.

Quelle: RP
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