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Stadt Willich
Bald schwärmen die Bienen wieder aus

Stadt Willich: Bald schwärmen die Bienen wieder aus
Die 25-jährige Iris van den Bongard hat den Betrieb von ihrem Vater Johann übernommen. FOTO: Wolfgang Kaiser (3)/dpa (1)
Stadt Willich. Iris van den Bongard bietet eine Reihe verschiedener Honigsorten an. Die Tierwirtin beschäftigt rund 500 Völker mit über 25 Millionen Bienen. Sie hat den Betrieb in Anrath von ihrem Vater übernommen. Von Willi Schöfer

Iris van den Bongard ist die mit Abstand größte Arbeitgeberin in der Stadt Willich. Denn für die spezialisierte Tierwirtin arbeiten rund 500 Völker mit über 25 Millionen Bienen. Die 25-Jährige ist nämlich Imkerin und hat vor einiger Zeit den großen Betrieb ihres Vaters Johann van den Bongard (63) übernommen. Bald heißt es für ihr "Personal" wieder: ausfliegen und, wenn möglich, viel Nektar mitbringen.

Iris van den Bongard war schon in früheren Jahren von diesen fleißigen Insekten angetan. "Es war für mich schon immer faszinierend, ihnen beim Wabenbau zuzuschauen, wie sie laufen, wie sich bewegen", schwärmt die junge Frau, die sich natürlich bei ihrem Vater viel abgeschaut hatte. Jedenfalls ließ sich die Freizeitkletterin von ihm zur Tierwirtin in der Fachrichtung der Bienenhaltung ausbilden. Und sie erreichte dabei ebenfalls den Gipfel, schloss 2014 die Ausbildung mit der bundesweit besten Note ab. Bald meldet sie sich in der Meisterschule an.

Im Bienenland-Shop gibt es zur Osterzeit passende Präsentkörbe. FOTO: Kaiser, Wolfgang (wka)

Auch auch ihr Vater kommt ins Schwärmen. Der gelernte Elektromechaniker und Techniker hatte 1981 mit zwei Bienenvölkern angefangen und wenig später dann sein Hobby zum Beruf gemacht. Derzeit hat er noch etwa 60 eigene Völker mit jeweils über 50.000 Bienen. Sie alle warten jetzt auf beständiges und schönes Wetter. So um die zehn bis zwölf Grad sollten es schon sein. Der Bienen-Experte geht davon aus, dass in den nächsten Wochen die ersten Flüge zu den Blüten beginnen können.

Dabei werden bald die Insekten nicht nur in der heimischen Gegend ausschwärmen. Je nach Blütezeit fahren die van Bongards mit einigen ihrer Völker unter anderem in den Schwarzwald, nach Brandenburg, in die Pfalz oder ins Emsland, da dort zum Beispiel blühende Sonnenblumen, Akazien, Kastanien oder Heidepflanzen stehen. Die genauen Standorte werden natürlich nicht verraten. Nur so viel: Neben den Mischungen des geläufigen Wald- und Wiesenhonigs aus der näheren Umgebung gibt es bei den van Bongards zwölf spezielle Sorten. Das fängt mit dem Rapshonig an und hört mit dem Heidehonig auf.

Johann van den Bongard fing 1981 mit zwei Bienenvölkern an und machte später sein Hobby zum Beruf. FOTO: Kaiser, Wolfgang (wka)

Beim Schleu-dern in der Imkerei und bei der weiteren Verarbeitung gilt: Es darf nach den jeweiligen Qualitätsüberprüfungen nur dann die Bezeichnung "Honig" verwendet werden, wenn dem Nektarsaft nichts entnommen und nichts zugefügt wurde. Viele eigene Kreationen in der Anrather Imkerei haben dann auch andere Bezeichnungen, wie beispielsweise der "Zimt-Zauber" oder der "Vanilletraum". Honig-Weine gibt es auch, ganz neu im Sortiment ist, für 8,50 Euro die 0,75-Liter-Flasche, ein süßer Honig-Heidelbeer-Wein.

Natürlich lassen sich die van Bongards selbst den Honig bei jeder Gelegenheit schmecken. Während für Iris van den Bongard vor allem beim Tee oder beim Frühstück der Honig wie selbstverständlich dazu gehört, schwärmt ihr Vater vom Wannenbad, zugesetzt mit jeweils vier Esslöffeln Trockenmilchpulver und Blütenhonig. "Das ergibt ein sehr angenehmes Hautgefühl, eine weiche Haut, wie früher bei Kleopatra", sagt und schmunzelt der 63-Jährige.

Im eigenen Bienenland-Shop gibt es auch zur Osterzeit das Passende. So sind bereits einige Präsentkörbe, die es aber auch zu zahlreichen anderen Anlässen gibt, mit allerlei eigenen Produkten gefüllt, von Eiern aus Bienenwachs, über Duschgel, Hautpflegecreme, Bonbons bis zum Kirsch-Honig-Wein. Weiter im Angebot: Met, der Likör "Bärenfang" oder Honig-Senf. Je nach Vielfalt der Produkte kosten diese Oster-Körbchen zwischen zehn und 80 Euro.

Quelle: RP
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