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Stadt Willich
Bauarbeiten sorgen für autofreien Markt

Stadt Willich: Bauarbeiten sorgen für autofreien Markt
Mit den Kanalbauarbeiten wurde am Markt bereits begonnen. Das ist für die Umgestaltung des Marktplatzes in Alt-Willich bisher das deutlichste Zeichen, dass es voran geht. FOTO: WOLFGANG KAISER
Stadt Willich. Die bisherigen Parkplätze werden als Lager für Baumaterialien und zur Einrüstung der Baustellen gebraucht. Von Willi Schöfer

Regen, Frost und die Grippewelle haben dafür gesorgt, dass sich der Umbau des Marktplatzes um einige Wochen verzögert hat. Mit den Kanalarbeiten wurde begonnen. Jetzt geht es offenbar richtig los. Zum Ärger einiger Händler und Kunden gibt es seit wenigen Tagen quasi bereits den fast autofreien Marktplatz. Zumindest was die Parkplätze angeht: denn die zehn Einstellplätze auf diesem Platz sind bereits weggefallen.

"Die bisherigen Parkplätze werden für Lagerungen von Materialien und zur Einrüstung der Baustellen dringend benötigt", darauf weist auch Nachfrage der Rheinischen Post Willichs Pressesprecher Michael Pluschke hin. Bereits seit einigen Wochen waren fünf Parkplätze auf dem Parkplatz Domgarten, sechs Plätze im Bereich Hülsdonkstraße/Ecke Kreuzstraße und seit dem 6. März die zehn Schrägparkplätze auf dem Markt weggefallen. Am Domgarten steht sogar ein Container, der zwei Archäologen als kleines Büro dient.

"Die beiden Archäologen haben schon einiges aufgenommen, aber wohl noch nichts besonders Historisches gefunden", sagt der Polier der bauausführenden Firma Willy Dohmen (Übach-Palenberg), Markus Küppers. Er hat mit seinem vierköpfigen Team in dieser Woche mit der Verlegung eines neuen Schmutzwasserkanals von der Ecke Hülsdonkstraße/Kreuzstraße in Richtung Markt/Peterstraße begonnen. Die ersten neuen Rohre, 280mm im Durchmesser, liegen bereits drei Meter tief im Erdboden.

In wenigen Wochen sollen, so Pluschke, die sechs Parkplätze im Bereich Hülsdonkstraße wieder zur Verfügung stehen, wenn sich der Kanalbau weiter verlagert hat. Indes fehlen wohl für die Dauer der gesamten Maßnahme die zehn Schrägparkplätze auf dem Markt. Dort gibt es zwar derzeit noch einen Taxistand mit zwei Plätzen; dieser soll aber auch in absehbarer Zeit zur Grabenstraße, nahe Einmündung Burgstraße, verlegt werden.

"Wenn das Wetter mitspielt, geht es jetzt endlich regulär weiter", sagt die städtische Projektleiterin, Iveta Andres, die das große Projekt mit der bauausführenden Firma abspricht. Der aktualisierte Bauzeitenplan sieht vor, dass mit der neuen Pflasterung wahrscheinlich im Mai begonnen wird. Bis dahin wird erst einmal der Schmutzwasserkanal in dem genannten Teilbereich erneuert. "Ende nächster Woche müsste der neue Schmutzwasserkanal drin sein", hofft Iveta Andres. Dann geht es aber auch noch um die Sanierung des Regenwasserkanals in diesem Teilstück, um die Hausanschlüsse und um die notwendigen Abstimmungen mit der bauausführenden Firma, den Eigentümern und den Stadtwerken. Andres: "Von heute an gerechnet müssten alle Kanalarbeiten eigentlich in etwa sieben Wochen beendet sein." Erst dann geht es an das eigentliche Kerngeschäft, den Umbau, hin zu einem autofreien Markt.

"Es ist noch viel zu früh, um Schlussfolgerungen zu ziehen, denn der Markt ist ja noch offen und gut erreichbar, sagt der Chef der Markt-Apotheke, Christian Förster, der von Beginn an gegen diesen kompakten Umbau war. Ähnlich sieht dies ("erst mal abwarten") derzeit Markus Panknin, der am Markt 4 einen Schuh-Laden betreibt. Panknin kann dem Ganzen mit dem Blick auf die Sand- und Kieshügel auf dem Marktplatz noch etwas Humorvolles abgewinnen: "Ich komme mir vor wie in einer Dünen-Landschaft auf Sylt..." Jedenfalls lobt er die bisher gute Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen der Stadt.

"Erste Umsatzeinbußen haben wir bereits durch die Verlegung des Wochenmarktes gehabt", hofft Ulrich Keesmakers vom "Eishimmel" (Kreuzstraße 1), dass die ersten Arbeiten vor seiner Eisdiele im Frühjahr abgeschlossen sind, damit er die Terrasse draußen aufbauen kann. Der donnerstägliche Wochenmarkt war bereits im Januar vom Markt- auf den Kaiserplatz verlegt worden und wird dort von Händlern als auch von den Kunden sehr gut angenommen. Jedenfalls will Ulrich Keesmakers die weitere Entwicklung genau beobachten; unverhältnismäßig lange kommt ihm die Bauzeit von 16 Monaten vor. Keesmakers: "Ich wünsche mir ein Entgegenkommen der Stadt, sollten die Umsätze vor allem im Sommer rapide nach unten gehen."

Nach wie vor will Iveta Andreas mit den Anwohnern und Händlern im Gespräch bleiben. So findet weiterhin donnerstags, von zehn bis elf Uhr, eine Markt-Sprechstunde in den Räumen der bisherigen "Stadtschmiede", Bahnstraße 8a, statt. "Bislang hat es keine großen Proteste gegeben", so die Projektleiterin. So habe lediglich ein Händler seine Sorge geäußert, dass er seine Ware beim Baustellenbetrieb nicht ausliefern könnte. Gemeint ist der Inhaber einer glutenfreien Patisserie am Markt 15 (vormals Wermes, Pesch).

Quelle: RP
 
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