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Stadt Willich
Bilder mit einer Ahnung von erinnerten Landschaften

Stadt Willich: Bilder mit einer Ahnung von erinnerten Landschaften
Die 45-jährige, in Düsseldorf lebende Künstlerin Petra Fröning stellt zum Jahresthema "artificial nature" ihre klein- wie großformatigen Bilder in der Galerie Schloss Neersen vor. FOTO: WOLFGANG KAISER
Stadt Willich. Natur als Idee ist beherrschendes Thema der Künstlerin Petra Fröning. Im Schloss Neersen zeigt sie einen kleinen Überblick aus zehn Jahren ihres Schaffens. Die Ausstellung wird am Sonntag eröffnet. Von Angela Wilms-Adrians

Wind und Licht haben ihre Spuren hinterlassen im Werk der Petra Fröning. In den wie vom Licht durchwirkten Radierungen ist dies offensichtlich. Denn hier scheint es oft, als habe die Sonne mit gleißender Strahlkraft Strukturen zur filigranen Lineatur zurückgenommen. "Die Sonne reflektiert. Sie nimmt Dinge zurück", sagt die Künstlerin, die im Sommer oft in der südfranzösischen Landschaft arbeitet. In den großformatigen Gemälden klingt dieser Eindruck eher dezent an, und doch sind sie zum guten Teil gespeist aus den Zeichnungen, die den Radierungen vorausgehen. Die Radierungen sind selbständige Arbeiten, aber auch Sammelbecken für Ideen von Natur.

Fröning bespielt die Motte mit großformatigen Werken, die den Gesamteindruck eindrucksvoll dominieren. Ihnen behutsam zur Seite gestellt sind Radierungen, zum Block gereihte "Studien" sowie beinahe miniaturhafte Vogelbilder. Das Spektrum ist groß. Viele Arbeiten entstanden in der Natur, die wesentliche Inspirationsquelle und doch nie im eigentlichen Sinne abgebildet ist.

Einige Landschaftsräume sind im diffusen Licht von atmosphärischer Stimmung. Sie wirken traumgleich, wie eine Ahnung von Landschaft. Sie Künstlerin sagt dazu: "Sie sind aus der Erinnerung gemalt, die Eindrücke verblassen lässt. Wären diese Bilder schärfer ausgestaltet, wären sie für mich nicht echt". Beinahe überraschend gegenständlich und kleinteilig in der Gestaltung mutet hingegen zunächst das großformatige Ölbild "Silberbach" an. Doch beim zweiten Blick lassen sich bewusst kalkulierte, gestalterische Brüche erkennen. Es zeigt sich, dass die Strukturen vielfach in die Abstraktion übergehen. Klarer und strenger sind die Schattenbilder mit Rückgriffen auf florale Motive. Diese Lackarbeiten lassen sich unterscheiden in die schwarz/ grauen Nachtschatten und die in helleren Grautönen abgestuften Tagschatten. Über den verhalten ausgeloteten Farbkontrasten liegt ein matter Schimmer, der im veränderten Licht oder über den Standortwechsel des Betrachters feine Bewegung assoziiert.

Die großen Tuschearbeiten atmen wieder die Plein-Air-Atmosphäre. Wasser ist präsent als Thema und wesentliches Gestaltungsmittel. Hier schüttet die Künstlerin oft Wasser über die Bildfläche. "Ich muss auswaschen, vieles wieder rausschwemmen", sagt sie über den dynamischen Arbeitsprozess, bei dem sie zuweilen, geblendet von der Sonne, beinahe blind malt.

An einem Wandstück hat Fröning Studien gereiht. Auch diese Arbeiten muten bewegt an. Hier ergibt sich die Assoziation an einen Horizont, dort an Sträucher oder Wasser. Gemeinsam werden die Dinge zum Konzentrat gesammelter Erfahrungen von Landschaft. "Ich male nie, was mir gegenüber ist, sondern das, was um mich herum ist. Ich greife auf die Strukturen und die Farbigkeit von Orten zurück. Es ist eine Summe", sagt sie vor dieser Serie und definiert damit ihre Auseinandersetzung mit "artificial nature", dem diesjährigen Thema der Ausstellungsreihe in der Galerie Schloss Neersen.

Quelle: RP
 
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