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Stadt Willich
Doch wieder ein Konzert im Kaisersaal?

"Black Jake" in Willich: Doch wieder ein Konzert im Kaisersaal?
Der Willicher CDA-Vorsitzende Michael Schmitz (links) befragte Jochen Contzen zu dessen aufregendem Leben und seinen Zukunftsplänen. Vielleicht gibt es im November ein Konzert im Kaisersaal. FOTO: Achim Hüskes
Stadt Willich. Die Christlich-Demokratische Arbeitnehmerschaft Willich hatte den Musiker und Wirt Jochen Contzen auf ihr rotes Sofa gebeten - in dessen Kneipe "Black Jake". Der 58-Jährige hatte Interessantes zu berichten. Von Willi Schöfer

Jochen Contzen hat in seinem Leben vieles gemacht - unter anderem eine Lehre als Schreiner, ein Architektur-Studium, er war Maurer, Spediteur, Inhaber eines Kinderladens und mehrerer Kneipen. Über Jahrzehnte hinweg ist der heute 58-Jährige aber vor allem seinen Idolen Jake und Elwood Blues treu geblieben, hat mit seinem Ensemble und mit seinem "Bruder" Bernhard Halen zunächst als die "Blues Brothers Revival Band" und dann als die "Black Brothers & the Bad Bones" für Furore und für große Konzerterfolge im In- und Ausland gesorgt. Nach dem Aus des Kaisersaals hatte er sich eigentlich im Februar von seinen Fans in seinem Geburtsort Willich verabschiedet. Aber es kommt jetzt wahrscheinlich anders.

Jochen Contzen, der auch äußerlich Jake Blues aus den 1970er-Jahren ähnlich sieht, betreibt seit Jahren sein Szene- und Kultlokal an der Peterstraße in Alt-Willich, das - wie könnte es anders sein - "Black Jake" heißt. Der Putz und die Raufaser an der Decke und an den Wänden sind vollgestopft mit Instrumenten, Fotos und Textdokumenten der vielen Konzerte. Und der Willicher hatte gerade auf dem "Roten Sofa", auf dem ihn der Willicher CDA-Vorsitzende Michael Schmitz befragte, Platz genommen, als er schon die Top-Meldung Nummer eins verkündete: "Wir werden am 21. November entweder in der Anrather Josefshalle oder im Kaisersaal Schiffer zumindest noch ein Konzert geben."

"Ich kann mit der Musik der Blues Brothers und mit den einzigartigen Arrangements einfach nicht aufhören", erklärte Contzen weiter, dass er ein langjähriger Freund von Ralf Jungermann sei, dem jetzigen Eigentümer des Kaisersaales. Jungermann wollte eigentlich seit Längerem in dem denkmalgeschützten Saal Eigentumswohnungen errichten. Aber das dauert, zumal über einen weiteren Bauantrag mit einer deutlich abgespeckten Version erst noch entschieden werden muss.

"Ralf war nicht so ganz von meiner Idee eines neuerlichen Konzerts im Kaisersaal begeistert, hat aber dann doch zugestimmt", sagte Contzen. Allerdings prüfe derzeit noch vor Erteilung einer Schankerlaubnis das Ordnungs- und Bauamt die Durchführbarkeit, setzt dann auch die maximale Anzahl der Konzertbesucher fest. Contzen ist zuversichtlich: "Sollte das mit dem Kaisersaal nicht klappen, gehe ich in die Anrather Josefshalle, und sollte die Anzahl der Besucher zu gering sein, mache ich eben zwei Konzerte, eins am 20. und eins 21. November."

Mittwochs hat das "Black Jake" seinen Ruhetag. Also nutzte dies die Christlich-Demokratische Arbeitnehmerschaft (CDA) zu ihrer Veranstaltung. Michael Schmitz machte als Interviewer seine Sache auf der plüschigen roten Couch gut. Über 20 Neugierige kamen. Contzen fing an zu erzählen, berichtete von den vielen Auftritten und von seinen nachhaltigsten Erinnerungen: "Einmal haben wir in der damaligen DDR auf Einladung der PDS in einem Zirkuszelt vor drei Zuschauern gespielt, ein anderes Mal im Hamburger Kiez in einem Lokal des Zuhälters Kalle Schwensen." Besonders enthusiastisch sei die Band im spanischen Marbella gefeiert worden. Und auch eine Verpflichtung vor dem malaysischen Königshaus stand kurz bevor: "Der König wollte dann aber doch lieber eine Tanz-Combo als eine Rhythm-and-Blues- Band."

"Die Musik der Band ist stark, wir waren schon dreimal bei den Konzerten, und die sind besser als das Original", sagte unter den Gästen übereinstimmend das Willicher Ehepaar Heike und Wolfgang Kemper. In der Nähe des Sofas nahm der 41-jährige Frank Werres Platz, der seit 25 Jahren die Band als einer der Roadies unterstützt, die Technik mit aufbaut oder als Türsteher arbeitet. Und der Traum von Contzen: "Einmal mit meiner Band in den Vereinigten Arabischen Emiraten zu spielen, denn dort liebt man unseren Blues und Soul." Erste Kontakte zu Dubai seien jedenfalls schon da. 2016 sind jedenfalls weitere Konzerte in Deutschland fest eingeplant.

Quelle: RP
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