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Stadt Kempen
Boves (FDP): Flüchtlinge schneller in Arbeit bringen

Stadt Kempen. Der Liberale unterstützt Grünen-Kollegen bei der Frage, wie Kempen künftig mit Asylsuchenden umgehen soll.

Bei der Frage, wie die Stadt Kempen mit der zunehmenden Zahl von Flüchtlingen umgehen soll, erhält der Grünen-Ratsherr Jeyaratnam Caniceus jetzt Unterstützung von seinem FDP-Ratskollegen Jörg Boves. Caniceus hat sich dafür ausgesprochen, die Asyl suchenden Ausländer in Kempen auch weiterhin dezentral unterzubringen (die RP berichtete).

"Der Umgang mit den zu uns geflüchtet Menschen bedarf Fingerspitzengefühl, um die Situation zu umschreiben, wird oft das Bild von einem Boot genutzt. Das Boot Kempen ist zwar nicht voll, aber gut gefüllt, eine ungleiche Verteilung der Sitzplätze bedingt nicht das Kentern, aber könnte in der ein oder anderen Situation zur Schlagseite führen, was ein Kurshalten unnötig erschwert", meint der FDP-Politiker Boves. Die Mehrheit der Flüchtlinge wollte "mitrudern", sprich: mitarbeiten. "Auch wir möchten ihnen so schnell wie möglich das Mitrudern ermöglichen, denn es macht das Boot besser manövrierbar und lässt uns schneller vorankommen", so Boves.

Für den FDP-Politiker, der in St. Hubert lebt, ist eine gleichmäßig breite Verteilung auf das gesamte Kempener Stadtgebiet Voraussetzung für ein gutes Gelingen der Integration. Das bedeute, dass eine weitere "Kasernierung" von Flüchtlingen mit Bleiberecht nicht Ziel führend ist. Die FDP sei auch aus wirtschaftlichen Gründen für das Anmieten von Wohnraum. Boves: "Wir wissen nicht, wie lange der Zustrom von Menschen auf der Flucht noch anhält und wie lange unsere Gäste auf Zeit bleiben werden."

Die Kempener Liberalen sehen vor allem Bund und Land in der Pflicht. Die Asyl-Anträge müssten schneller bearbeitet werden. Das nötige Personal sei vorhanden, es müsste nur vom Zoll abgezogen werden. Boves: "Wir werden es bestimmt verkraften, wenn wir die Prüfungen der Betriebe beim Mindestlohn etwas zurückstellen und uns erst mal auf die Anträge der geflüchtet Menschen konzentrieren, damit diese aus den ,Flüchtlingskasernen' raus kommen."

Es müsse den geflüchteten Menschen sofort erlaubt sein, Arbeiten zu können. "Wir brauchen in Deutschland jede helfende Hand, im Kollegenkreis lernt man schneller Deutsch, und Arbeiten erhöht das Selbstwertgefühl und die Zufriedenheit", meint Boves. Die Rahmenbedingungen für die Kommunen müssten sich allerdings ändern. Der finanzielle Anteil von Bund und Land am Neubau von Wohnungen für Flüchtlinge müsse größer werden. Auch eine Nachnutzung dieses Wohnraums mit niedrigen Mieten müsse ermöglicht werden. FDP-Mann Boves: "Nur wenn endlich wir alle an einem Strang ziehen, auch Bund und Land, kann die Integration gelingen und wir ermöglichen nicht, dass irgend welche Idioten eine mögliche Schlagseite nutzen, um Panik am Bord zu verbreiten."

(rei)
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