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Stadt Willich
Brandt löst Koch an Willicher FDP-Spitze ab

Stadt Willich. "Die Zeiten stehen nicht auf Hurra, wir müssen bis zur Landtagswahl noch kräftig arbeiten", sagte der Vorsitzende des FDP-Ortsverbandes Willich, Karl-Heinz Koch, bei der Jahreshauptversammlung. Zumindest im Vorstand wird man künftig auf die Mitarbeit des 62-jährigen selbstständigen Handelsvertreters verzichten müssen. Koch kandidierte nicht mehr, nachdem er seinem Ärger über Vorkommnisse in der Vergangenheit ordentlich Luft gemacht hatte. Der bisherige Parteichef, der die Liberalen zwei Jahre führte, sprach von "Ränkespielen" nach der Kommunalwahl. Deutlich wurden seine wohl unüberbrückbaren Zerwürfnisse mit dem Fraktions-Vorsitzenden Franz-Josef Stapel. Koch hatte zu Beginn der neuen Wahlperiode gegen die Wiederwahl von Stapel plädiert, auch einen Kompromiss durchgesetzt, wonach Stapel nach zweieinhalbjähriger Fraktionsführung von Hans-Joachim Donath abgelöst wird. Von Willi Schöfer

Zeigten sich einige Vorständler vom Verzicht von Koch auf eine weitere Kandidatur sichtlich überrascht, war zumindest Thomas Brandt für eine mögliche Gegenkandidatur gewappnet. Brandt, der den FDP-Ortsverband schon einmal zehn Jahre geführt hatte, wurde bei 33 Ja-, vier Nein-Stimmen und vier Enthaltungen zum neuen Parteichef gewählt.

Koch kritisierte in seinem Rückblick das "unstrukturierte Vorgehen der Stadtplaner". So würden immer wieder Fragmente angegangen "wie das Schiefbahner Dreieck Korschenbroicher-/Willicher Straße", ohne das Ganze zu betrachten und die entsprechenden Gutachten auch über die Verkehrsströme abzuwarten. Fraktionsvorsitzender Stapel sprach unter anderem davon, der Wirtschaftsförderung und dem Handel in der Stadt Willich durch die Gründung eines "Wirtschaftsaussschusses" ein größeres Gewicht geben zu wollen. "Dies darf nicht länger Chefsache des Bürgermeisters bleiben."

Langjährige Mitglieder

Applaus gab es für langjährige Mitglieder. So ist Marion Weber seit 45 Jahren dabei, Rolf Brandt und Werner Link seit jeweils vier Jahrzehnten. Ein "Urgestein" ist auch der Neersener Ulrich Mischke (67), der nach langer Vorstands- und Ratsarbeit nicht mehr kandidierte. "Ich möchte jetzt mehr Zeit mit meiner Frau verbringen."

Neben Thomas Brandt wurden zu seinen Stellvertretern für die nächsten zwei Jahre gewählt: Franz-Josef Stapel, Hans-Joachim Donath, Ralf Klein und Ellen Roidl-Hock, außerdem die Beisitzer Elisabeth Icks, Klaus Vogt, Heinz Georg Schumacher, Ingrid Plangger-Schaumburg und Stefan Krogull.

Quelle: RP
 
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