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Stadt Willich
Bürgerbegehren: Startschuss ist gefallen

Stadt Willich: Bürgerbegehren: Startschuss ist gefallen
Der Umgestaltungs-Entwurf sieht anstelle der Kugelahorn-Bäume vor der Kirche eine andere Bepflanzung auf dem Willicher Marktplatz vor. Die Details des neuen Grüns stehen jedoch noch nicht fest. FOTO: KRAFT.RAUM.
Stadt Willich. Die Bürgerinitiative "Pro Kugelahorn am Willicher Markt" will gegen den am Mittwochabend gefassten Ratsbeschluss, die Bäume zu fällen, vorgehen. CDU, SPD und FDP bezweifeln, dass die meisten Willicher für den Erhalt der Ahorne ist. Von Marc Schütz

Christa Disselkamp von der Bürgerinitiative "Pro Kugelahorn am Willicher Markt" ist zuversichtlich, dass sie und ihre Mitstreiter knapp 2500 Unterschriften im Rahmen eines Bürgerbegehrens zusammenbekommen werden - Unterschriften von Bürgern, die sich für die Kugelahorn-Bäume am Willicher Marktplatz einsetzen. Gestern Vormittag hat sie die Anmeldung des Bürgerbegehrens bei der Stadt abgegeben. Gelingt es nicht, genügend Unterschriften zu sammeln, sind die Bäume wohl nicht mehr zu retten. Die Mitglieder des Stadtrates stimmten jedenfalls in ihrer Sitzung am Mittwoch bei sechs Gegenstimmen der Grünen und einer Enthaltung von Carsten Mader (SPD) dafür, den Umgestaltungs-Entwurf des Planungsbüros "Kraft.Raum." aus Krefeld umzusetzen. Und der sieht andere Bäume an anderer Stelle vor.

Am Tag der Ratssitzung hatte sich die Bürgerinitiative noch zu einem Kompromissvorschlag durchgerungen, der jedoch keine Mehrheit bekam: Vier bis sechs Ahorne vor dem Hinzen-Haus könnten umgepflanzt werden, damit dort Platz für Gastronomie entsteht, ansonsten dürften nur kranke Bäume gefällt werden, der Rest bliebe stehen, so Christa Disselkamp. Hans-Joachim Donath, Fraktionsvorsitzender der FDP, bemängelte, dass Versuche seiner Partei, mit der Bürgerinitiative fundiert zu sprechen, gescheitert seien. "Heute wurde nun erstmals ein Kompromiss angeboten, aber jetzt ist es zu spät."

Ein weiterer Kompromiss, den die SPD vorgeschlagen hatte, fand jedoch Anklang bei CDU und FDP: Die Verwaltung soll prüfen, mit welchem Aufwand eine Umpflanzung der Bäume verbunden wäre und ob es eine "Anwuchsgarantie" gibt. Dieter Lambertz (CDU) sagte, er habe gehört, dass Bäume über mehrere Jahre auf die Umpflanzung vorbereitet werden müssten. Auch das soll nun geprüft werden. Verzögerungen will die Politik unbedingt vermeiden, denn bis zum 1. Dezember müssen der Bezirksregierung konkrete Planungen und Kostenermittlungen vorliegen, damit die Stadt Willich in den Genuss von Landesförderungen für die Markt-Umgestaltung kommt. Die Grünen stellten jedoch die Förderfähigkeit des derzeitigen Umgestaltungsentwurfs infrage, da er ökologisch nicht sinnvoll sei. Für den Fraktionsvorsitzenden Dr. Raimund Berg gab es jedenfalls noch einigen Klärungsbedarf.

Die anderen Fraktionen hingegen wollen nun endlich weitermachen mit der Umgestaltung des Alt-Willicher Kerns. "Das sind wir der Stadt und auch den Immobilien-Eigentümern schuldig, die nicht wissen, was sie möglichen Mietern sagen sollen, wie es weitergeht", sagte Christian Pakusch (CDU). "Wir sind schließlich auch den Bürgern, die sich in die Gestaltung eingebracht haben, verpflichtet", ergänzte Donath.

Zwar nimmt die Politik die Empörung der Bürger über die Fällung der Bäume zur Kenntnis, "aber ich konnte nicht feststellen, dass es sich um die Mehrheit der Alt-Willicher, geschweige denn aller Willicher, handelt", sagte Bernd-Dieter Röhrscheid (SPD). Er sicherte der Bürgerinitiative aber zu: "Wenn Sie 2500 Unterschriften zusammenbekommen, werden wir mit Ihnen über einen Kompromiss reden." Bis dahin gehe er davon aus, dass die Mehrheit der Bürger für den in einem transparenten und offenen Verfahren entwickelten "Kraft-Raum."-Vorschlag sei.

Quelle: RP
 
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