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Stadt Willich
Bund wünscht sich Ausbau von A 52 und A 44

Stadt Willich. Mit Spannung war er erwartet worden, nun stellte ihn Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) in Berlin vor - den Bundesverkehrswegeplan. Darin stehen auch zwei Projekte, die Willicher Stadtgebiet berühren: der jeweils sechsspurige Ausbau der A 44 zwischen den Autobahnkreuzen Neersen und Meerbusch für 121,4 Millionen Euro sowie der A 52 zwischen den Kreuzen Mönchengladbach und Neersen für 142,1 Millionen Euro.

Allzu weit oben auf der Prioritätenliste stehen diese Projekte allerdings nicht. Für beide Ausbaupläne ist nämlich nicht der "vordringliche Bedarf", also die höhere Stufe, festgestellt worden, sondern lediglich der "weitere Bedarf". Und so ist noch lange nicht klar, dass beide Projekte auch tatsächlich umgesetzt werden, auch wenn die erste Hürde genommen wäre. Dem Entwurf müssen erst noch das Bundeskabinett und der Bundestag zustimmen. Und dann muss aus dem Verkehrswegeplan noch ein Bedarfsplan entwickelt werden, wo alle Kommunen ihre Projekte bundesweit natürlich so weit oben wie möglich platziert sehen wollen. "Dies hätte eine höhere Priorisierung verdient. Die nordrhein-westfälischen Projekte brauchen insgesamt eine stärkere Stimme", sagt Uwe Schummer (CDU), Bundestagsabgeordneter aus Willich. "Der Ausbau der A 44 wäre die Basis für die Verbesserung der Anbindung des Gewerbegebietes Willich-Münchheide gewesen", kritisiert die Industrie- und Handelskammer Mittlerer Niederrhein.

Im Fall der Autobahn 52 zwischen Mönchengladbach und Neersen allerdings ist immerhin auch eine Engpassbeseitigung vermerkt, was jeden Morgen und Nachmittag Tausende Pendler im Berufsverkehr spüren. "Dadurch hat das Projekt, obwohl es nicht im vordringlichen Bedarf steht, noch ganz gute Chancen. Das begrüße ich sehr", sagt der Gladbacher Bundestagsabgeordnete Günter Krings (CDU). "Es ist dringend notwendig, die A 52 auf sechs Spuren auszubauen, der Zustand im Berufsverkehr ist kaum zumutbar." Weil es bis zu einem Ausbau aber viele Jahre dauern kann (der Plan listet Projekte bis zum Jahr 2030 auf), ist dem Papier zufolge geplant, temporär die Seitenstreifen der A 52 zum Befahren freizugeben. "Eine gute Zwischenlösung", findet Krings.

Ob das so einfach möglich ist, ist unklar. Denn der Unterbau des Seitenstreifens muss den darüber fahrenden Verkehr auch aushalten können. Das ilmest nicht auf allen Autobahnen der Fall. "Wenn wir den Unterbau auf dem Teilstück ertüchtigen und mit neuer Fahrbahndecke versehen müssen, um ihn für den laufenden Verkehr freizugeben, dann wäre das gewissermaßen ein Ausbau nach unten", sagte Andreas Roth, Sprecher der für den Autobahnausbau zuständigen Landesbehörde Straßen NRW.

(msc/agr)
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