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Stadt Kempen
"Camera Obscura" stellt im Rathaus aus

Stadt Kempen. Urlaubszeit ist immer Fotozeit. So gern möchte man all das Schöne, was man sieht, in Erinnerung behalten und es dann auch zeigen. Das ging den vier Mitgliedern des Fototeams "Camera Obscura" ebenso. Entstanden ist daraus eine interessante Ausstellung, die jetzt im Foyer des Kempener Rathauses am Buttermarkt zu sehen ist. Wiebke Bulgrin aus Tönisvorst hielt Augenblicke einer Reise nach Namibia fest. Ingrid Dierdorf aus Oedt zog es dagegen in den kühlen Norden nach Norwegen. Rainer Deling (Tönisvorst) war auf Rügen unterwegs und Walter Nork (Tönisvorst) an den friesischen Küsten. Von Silvia Ruf-Stanley

Allen Bildern ist gemeinsam, dass die Fotografen genau hingeschaut haben, bevor sie auf den Auslöser ihrer Kamera gedrückt haben. Es wurden ruhige Augenblicke mit dem Objektiv erfasst, keine Sehenswürdigkeiten mit Menschenmengen ringsum. Vielmehr wurden Stimmungen, besondere Lichtverhältnisse und Landschaften aufgenommen. Für das Fotografieren einer Giraffe in der Savanne sei sie schon in die Knie gegangen, sagt Wiebke Bulgrin. Das Bild trägt den ungewöhnlichen Titel "Wolkenkratzer". Aber es scheint tatsächlich so, als ob das Tier an den Wolken knabbert. Auch Rainer Deling hat den richtigen Augenblick gefunden. Vor strahlend blauer Himmelkulisse ist der Leuchtturm von Hiddensee zu sehen, angestrahlt durch die Sonne, wodurch der Turm vor diesem Hintergrund noch weißer wirkt. Aber Deling hat auch Schattenseiten auf Rügen entdeckt, als er die Reste der während der NS-Zeit entstandenen Erholungsstätte Prora fotografierte. Die Gruppe hätte diskutiert, ob dies Foto in die Ausstellung aufgenommen werden solle, aber es dann für richtig befunden, so Walter Nork.

Nork hat sich während eines längeren Aufenthalts im Norden zu seinen Fotografien inspirieren lassen. Sie zeigen zum Beispiel, dass das Meer in Zusammenwirken mit dem Himmel ein richtiger Künstler wird. "Himmelwattstrand" heißt sein Bild. Dass auf den Aufnahmen kaum Menschen zu sehen sind, sei Zufall, erzählt er. Aber er könne sich auch nicht vorstellen, Bilder von mit Menschen überfüllten Plätzen zu machen.

Bei Ingrid Dierdorf sind es vor allem die wunderschönen Nordlichter auf den Lofoten, die faszinieren. Sie schaffte es, dass Schimmern und Glänzen des Lichts in dunkler nordischer Nacht einzufangen. Oder sie zeigt auch die sanfte Melancholie der "Blauen Stunde". Aber es kann auch eine Hafenansicht sein, die die Oedterin mit "Im sicheren Hafen" betitelt hat.

Die Gruppe "Camera Obscura" hat sich 2011 zusammen gefunden. Gemeinsam tauschen sie Erfahrungen mit der Fotografie aus, auch ihre Ausstellungen entstehen so. Der Name der Gruppe ist durch Zufall entstanden. Man habe unter verschiedenen zur Fotografie passenden Namen ausgesucht, so Nork. Zu sehen sind die Bilder noch bis zum 27. Juli während der Öffnungszeiten des Rathauses.

Quelle: RP
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