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Stadt Willich
CDU entwickelt Leitbild und bereitet sich auf Bürgermeisterwahl vor

Stadt Willich. Die Willicher CDU möchte sich für die kommenden Jahre rüsten und hat dabei auch schon die Kommunalwahl 2020 im Blick. Dafür hat sie sich nun zunächst eines abstrakten Themas angenommen: Sie will bis November kommenden Jahres ein "Leitbild der CDU Willich" erstellen. Dieses soll danach mit konkreten Themen verbunden werden. Ausgangspunkt war nun eine gemeinsame Klausurtagung von Vertretern von Partei und Stadtratsfraktion, bei der zunächst eine Arbeitsgruppe gegründet wurde. Von Marc Schütz

"Politik ist mehr als ein Reparaturbetrieb, der auf Missstände reagiert. Parteien brauchen Grundsätze und eine Philosophie, die sie dann mit Leben füllen, einen Kompass also", sagt Parteivorsitzender Uwe Schummer. Die Leitbilddebatte diene zur Selbstbesinnung und Selbstvergewisserung. Grundlegend in der Union sei die christlich-soziale Idee, in der einerseits der Einzelne wichtig sei und mit seinen Rechten und Pflichten angesprochen werden müsse. Zudem gebe es aber auch ein "Wir", die "Solidarität zwischen Ungleichen", so Schummer, der damit nicht nur auf die derzeit im Fokus stehende Flüchtlingsproblematik anspielt, sondern auch auf die Tatsache, dass Willich mit seinen Stadtteilen nach wie vor "aus vier Dörfern besteht". Wichtig dabei sei, nicht aufzuhetzen und zu polarisieren. Vielmehr sehe sich die CDU als "Brückenpartei, die zusammenführt und Lösungen entwickelt", so Schummer. Und er betont: "Parteien haben sich im Gegensatz zu Bürgerinitiativen mit allen Themen zu beschäftigen und müssen das Ganze im Blick behalten."

Auf den gesellschaftlichen Wandel macht Fraktionsvorsitzender Johannes Bäumges aufmerksam: "Parteien werden nicht mehr so wahrgenommen wie vor 30 Jahren." Zudem verändere sich die Gesellschaft von einer Bedarfsgesellschaft zu einer Überflussgesellschaft, Menschen lebten immer weniger in ihren etwa durch Kirche oder Arbeit geprägten Milieus und wählten entsprechend eher danach, welche Parteien ihnen auf die sie aktuell beschäftigenden Fragen Antworten geben. "Wie gehen wir als Partei und Fraktion damit um?", solle ein Ergebnis der Leitbilddebatte sein.

Auch personell stellt sich die Willicher CDU allmählich auf, um 2020, wenn ein Bürgermeister gewählt wird, gewappnet zu sein. Dass Josef Heyes noch mal antritt, gilt als unwahrscheinlich, auch wenn er selbst dies vor einigen Monaten nicht ausgeschlossen hat. Die Suche nach einem Nachfolger werde zu gegebener Zeit beginnen, so Schummer. Es gebe innerhalb der Willicher Union viele geeignete Kandidaten. Wer letztlich antritt, soll auch durch eine Mitgliederbefragung ermittelt werden.

Quelle: RP
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