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Stadt Willich
"Check In" für die Berufswahl geht nächstes Jahr in eine neue Runde

Stadt Willich: "Check In" für die Berufswahl geht nächstes Jahr in eine neue Runde
Landrat Dr. Andreas Coenen (2.v.l.) freut sich mit Vertretern von Schulen, von Industrie- und Handelskammer, von Kreis-Wirtschaftsförderung und Kreis-Handwerkerschaft sowie der Agentur für Arbeit und der Unternehmerschaft Niederrhein über den Erfolg von "Check In" in diesem Jahr — auch wenn die Zahlen noch ausbaufähig seien. FOTO: WOLFGANG Kaiser
Stadt Willich. Die Ausbildungs-Initiative "Check In" konnte erneute Hunderte Schüler mobilisieren. Für die IHK ist die Aktion angesichts sinkender Schülerzahl und zunehmender Akademisierung wichtiger denn je. Von Willi Schöfer

Es wird weitergehen. Denn der Erfolg gebe der Ausbildungs-Initiative "Check In" recht. Das stellte Thomas Feldges fest, der auch die achte Auflage der Aktion organisiert hatte, als nun im Schiefbahner Kaiserhof Bilanz für den Kreis Viersen gezogen wurde. Wie in den Jahren zuvor hatte dieses Event Anfang Juli in Krefeld, Mönchengladbach, im Kreis Neuss und eben auch im Kreis Viersen stattgefunden: Schüler der Jahrgangsklassen 9 bis 13 konnte für einige Stunden in Betriebe reinschnuppern und sich über die duale Berufsausbildung oder an Hochschulen über duale Studiengänge informieren konnten.

"Auch diese Veranstaltung war wieder erfolgreich", sagte Jürgen Steinmetz, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK). Im Kreis Viersen beteiligten sich 574 Schüler, sie sahen sich insgesamt 49 Betriebe an, woraus zumindest für einige weitere Praktika entstanden. Es sei in etwa eine ähnliche Resonanz wie im Jahr zuvor. In allen vier Regionen machten mehr als 4300 Jugendliche und 232 Ausbildungsbetriebe mit.

"Sicherlich sind die Zahlen auf beiden Seiten noch ausbaufähig", fand Landrat Dr. Andreas Coenen (CDU), der mit Verantwortlichen der Kreis-Wirtschaftsförderung (Dr. Thomas Jablonski), der Agentur für Arbeit (Edgar Lapp), der Kreis-Handwerkerschaft (Paul Neukirchen) und der Unternehmerschaft Niederrhein (Astrid Holzhausen) die Bilanz vorstellte. "Die Situation wird nicht einfacher", wies Steinmetz zum einen auf die an den weiterführenden Schulen weiter sinkenden Schülerzahlen, zum anderen auf die weiter ansteigende "Akademisierung" hin. Nur relativ wenige entschieden sich für eine Ausbildung in den Handwerksbetrieben. Bekräftigt wird dies dadurch, dass es derzeit im IHK-Bezirk des Mittleren Niederrheins noch rund 400 freie Ausbildungsplätze gibt.

Edgar Lapp von der Arbeitsagentur wies auf die weit mehr als 200 Ausbildungsberufe hin. Viele seien aber überhaupt nicht bekannt. Als Beispiel nannte er die technischen Gesundheitsberufe, wie den Hörgeräte-Akustiker, oder den Papiertechnologen. Für das Hotel- und Gaststättengewerbe, für die Metall- und Elektrobranche oder als Verkäufer in Bäckereien oder Metzgereien würden sich kaum noch junge Leute interessieren.

Dennoch werde und müsse man mit "Check In" weitermachen. Neben den vielen Aktionen wie den Berufsinformationstagen oder den Tagen der Offenen Tür, die viele Schulen und am 25. November auch das Rhein-Maas-Berufskolleg am Kempener Standort durchführen. Thomas Jablonski nannte als ein gutes Beispiel auch das "Speed-Dating", das er an einer Schule erlebt hatte. Dabei hatten sich in den Klassen Unternehmer für eine kurze limitierte Zeit den Schülern vorgestellt. In verschiedenen Runden. In dem Zusammenhang teilte ein Lehrer der Johannes-Kepler-Realschule Süchteln mit, dass die Schule erst kürzlich eine Kooperation mit einem Metallbaubetrieb abgeschlossen habe.

Für viele Jugendliche sei, so Jablonski, die mit drei Jahren doch sehr lange Ausbildungszeit eine Hemmschwelle, viele würden zwischendurch abbrechen. Dazu regte Astrid Symanski von der Europaschule in Schwalmtal an, dass man vielleicht bestimmte Lehrberufe staffeln könne: einmal zwei Jahre für einen minderen Lehrabschluss, dann ein drittes Lehrjahr für einen höher qualifizierteren.

Die Schulen die sich erneut am "Check In" beteiligt hatten, erhielten dafür Urkunden: Rhein-Maas-Berufskolleg Kempen, Realschule an der Josefskirche Viersen, Johannes-Kepler-Realschule Süchteln, Werner-Jaeger-Gymnasium Nettetal, Städtische Gesamtschule Nettetal, Europa- und Hauptschule Schwalmtal und die Erich Kästner Realschule Kempen. Und die Vertreter der Schulen waren mit der bisherigen Form der Aktion zufrieden. Allerdings sprachen sie auch die Inklusion an. So ärgerte es eine Vertreterin, dass junge Leute mit einem Handicap zwar einen ersten Schulabschluss geschafft aber kaum Chancen hätten, einen Praktikums- geschweige denn Ausbildungsplatz zu bekommen.

Quelle: RP
 
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