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Stadt Willich
Chor "Liederkranz" ist enttäuscht von der Emmaus-Kirchengemeinde

Stadt Willich. Über die vermeintliche Saalmisere in Willich ist hinlänglich berichtet worden. Eine städtische Veranstaltungshalle wird dennoch derzeit nicht gewünscht, da es offenbar nicht genügend Nachfragen gibt. Dennoch existiert in Willich eine kleine Gemeinschaft von Sängern, die gern wieder mit anderen Chören ein großes Konzert veranstalten möchte: der "Liederkranz". Und die Sänger und Sängerinnen um ihren langjährigen Vorsitzenden Jürgen Stuppan suchen händeringend nach einem Ort. Sie sind sehr enttäuscht, dass ihnen kürzlich die Emmaus-Kirchengemeinde nicht erlaubt hatte, solch ein Konzert in der evangelischen Kirche in Willich durchzuführen.

Noch 2014, als der Chor sein 150-jähriges Bestehen feierte, hatte ein großes Konzert im Kaisersaal Schiffer stattgefunden, doch der Saal steht nicht mehr zur Verfügung. Wohl aber die Gaststätte von Heinz Schiffer, in der nach wie vor jeden Dienstag ab 17.15 Uhr geprobt wird. Und dem Chor war es sogar im vergangenen Jahr gelungen, sich erstmals in seiner langen Geschichte mit drei Frauenstimmen zu verstärken. Karin Schury, Barbara Küppers und Gudrun Fleging mischten begeistert mit ihren Alt-Stimmen inmitten der Tenöre mit.

Da allerorten die Traditions-Chöre erhebliche Nachwuchsprobleme haben, hatte sich "Liederkranz" schon lange für die großen Auftritte mit anderen Chorgemeinschaften zusammengeschlossen. Gemeinsam fanden bereits zahlreiche Konzerte statt. So auch in der historischen evangelischen Kirche in unmittelbarer Nähe des Schwanenmarktes in Krefeld. Daher startete Stuppan erst eine mündliche, dann eine schriftliche Anfrage an die Willicher Emmaus-Gemeinde. "Wir bekamen dafür keine Erlaubnis, offiziell wurden unter anderem steuerliche Gründe genannt, zumal wir natürlich bei den großen Konzerten Eintrittsgelder verlangen", sagt Stuppan. Andere Sänger mutmaßen hingegen, dass die evangelische Gemeinde in ihren Räumlichkeiten keine Konkurrenz für die eigene Kantorei wünscht. Dieser Vorwurf wird natürlich von der Kirchengemeinde zurückgewiesen.

Da "Liederkranz" mit seinen befreundeten Chören spätestens im Herbst 2017 wieder ein Konzert durchführen möchte, wird jetzt weiter gesucht. "Vielleicht schauen wir uns die Aula der Willicher Gesamtschule mal an", sagt Stuppan und hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben. Krücken wäre schließlich auch noch eine Alternative: "Allerdings ist die Akustik dort nicht gut, und es können dazu auch nicht viele Konzertbesucher kommen, da wir wegen der Vielzahl der Sänger nicht auf der relativ kleinen Bühne, sondern davor singen müssen."

Jürgen Stuppan ist mittlerweile 78 Jahre alt, seit 1966 Geschäftsführer und seit 1983 der Vorsitzende des "Liederkranzes". Auf der Generalversammlung, die jetzt stattfand, wurde er erneut für zwei Jahre wiedergewählt. "Ich wolle eigentlich schon lange als Vorsitzender aufhören, aber ich finde einfach keinen Nachfolger", klagt er. Wiedergewählt wurde außerdem Schatzmeister Günter Waschilowski. Der neue zweite Archivar heißt Bernd Küppers. Erstmals hat "Liederkranz" auch eine Frau im Vorstand: Karin Schury übernimmt den Posten der Protokollführerin.

(schö)
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