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Stadt Willich
Cowboys und Indianer auf der Titanic

Stadt Willich. Ein breites Lächeln zieht sich über das Gesicht von Ashley. "Wieder ein Goldklumpen", freut sich die Zehnjährige und präsentiert Markus Lefen vom Jugendfreizeitheim Titanic voller Stolz die Schale, auf der gleich mehrere kleine goldene Brocken liegen. "Ich würde empfehlen, die Bank aufzusuchen. Die Menge Gold ist schon beachtlich", meint Lefen mit Blick in das flache Behältnis. Doch das Goldfieber hält Ashley, Shirley und Laura fest im Griff. Alle drei greifen nochmals zu den Schaufeln und graben in dem abgesteckten Claim weiter, wo auch schon Karolina und Lara ihr Glück versuchen. Allerdings sind die beiden nicht so erfolgreich wie das Dreierteam. Von Bianca Treffer

Im Cleanout, wo zwei große Wannen stehen, sind andere Goldgräber mit dem Waschen ihres Goldes beschäftigt, bevor es durch das hölzerne Tor, an dessen Pfosten eine Öllampe und eine rostige Schürfschüssel hängen, in Richtung Bank geht. Wobei es eine große Fläche zu queren gilt, die entlang der Masten, die die Kabel der Morseanlage tragen, führt. In eine einzige große Cowboy- und Indianererlebniswelt hat sich das gesamte Gelände des Anrather Jugendfreizeitheims verwandelt. Die Goldmine, in der 25 Kilogramm Gold in Form von gold angemalten Kieseln auf die Schürfer warten, ist nicht das einzige Highlight. Die Mitarbeiter der Titanic und weitere Helfer haben für die aktuellen Ferienspiele eine Woche Vorarbeit geleistet, um das Außengelände und die Räumlichkeiten zu verwandeln.

Vor den vier handgenähten Tipis mit den Totempfählen, die im Schutz der Bäume stehen, lodert inzwischen das Lagerfeuer auf. Helfer Olly Heyer hängt den mit Mais und Öl gefüllten Kessel über das Feuer. Schon wenige Minuten später fängt es an zu knallen. Kinderaugen strahlen, denn das ist das Zeichen, dass aus dem Mais Popcorn wird. Titanic-Leiterin Simone Benen-Heyer, besser bekannt als Nscho-Tschi, wie die Aufschrift auf ihrem T-Shirt verrät, dreht eine Runde mit dem frischen Popcorn.

Ob im Saloon, wo neben den "Wanted"-Schildern mit den gefährlich aussehenden Gesichtern gepokert wird, oder bei den fleißigen jungen Malern, die die Außenwand mit einer kompletten Westernstadt verschönern - der Lagerfeuer-Mais kommt bestens an. "Lecker", lautet der Kommentar von Olivia, die gerade mit Hilfe von Anne Scheffer einen Lederbeutel fertiggestellt hat. Der sei für ihr Gold, das sie nachher von der Bank abhole, verrät die Sechsjährige. Timm hingegen lernt gerade den Umgang mit der Ledernadel. Es ist gar nicht so einfach, die vorgefertigten Lederteile für einen Beutel ordentlich aneinanderzunähen, stellt der Zehnjährige fest.

Vor der sich herabsenkenden Dämmerung und dem Flammentanz des Lagerfeuers sehen die Symbole in Form eines Raben, eines Sonnengottes, eines Adlers und einer Schlange, die die vier Totempfähle zieren, regelrecht mystisch aus. Auch der Geier auf dem Galgen wirkt auf einmal anders. Am Friedhof, auf dem Kreuze die Grabstätten von Billy the Kid, El Bandido und Jon Doe markieren, herrscht Stille, und auch die Goldmine hinter dem Kaktuswald liegt mittlerweile verlassen da.

In den beiden Morsehäuschen hämmern indes noch die Morsetaster. Nach dem aushängenden Morsealphabet schicken sich zwei junge Cowboys Nachrichten hin und her, wobei die Leuchtdioden neben den jeweiligen Tastern die Kurz- und Langzeichen wiedergeben. Hinter den Gittern des Bankschalters haben Wibke und Celine die letzten Goldkumpen der Schürfer gewogen und die Grammzahl in das dicke Kassenbuch eingetragen. Doch das Abenteuer "Cowboy und Indianer" ist noch nicht zu Ende. Es steht nämlich die Übernachtung in der Josefshalle an, und die wird noch von einem Banküberfall und einer nächtlichen Rallye mit Schatzsuche gekrönt.

Quelle: RP
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