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Serie Ferienalphabet: Q Wie Quad
Damit wird Fahren wieder zum Abenteuer

Serie Ferienalphabet: Q Wie Quad: Damit wird Fahren wieder zum Abenteuer
Bei Willich im Gelände: Der 45-jährige IT-Ingenieur entspannt sich bei Touren mit seinem Quad abseits der Straßen. FOTO: WILLI SCHÖFER
Willich. Mit seinem Quad, einem Can-Am Outlander mit knapp 90 PS und 1000 Kubikzentimeter Hubraum, fährt der Willicher IT-Ingenieur Jörg gerne abseits asphaltierter Wege. Das Gefährt ist offiziell als Ackerschlepper-Zugmaschine zugelassen. Von Willi Schöfer

WILLICH "Ich bin froh, wenn Feierabend ist und ich am frühen Abend den Laptop zuklappen kann, dann brauche ich was anderes", sagt der 45-jährige Jörg, der seinen Nachnamen nicht in der Zeitung lesen möchte. Anstelle der Maus oder des Touchscreens greift er dann zu etwas Robusterem. Zu einem Gefährt, das für ihn mit Freiheit, Entdeckung und ein wenig mit Abenteuer zu tun hat. Der gebürtige Gladbacher, der schon lange in Willich wohnt, sitzt nahezu täglich auf seinem Quad, einem Can-Am Outlander, mit flottem schwarzen Design, mit knapp 90 PS Leistung und 1000 Kubikzentimeter Hubraum.

Der Techniker und IT-Ingenieur ist mittlerweile ein Quad-Liebhaber geworden. Für ihn waren immer schon nicht die schnurstracks und geradeaus geführten Straßen, sondern das hügelige Gelände eine Art Herausforderung. So war er bereits in jungen Jahren auf dem Mountain Bike auf so manchen "Rüttelpisten" unterwegs.

Quad ist ein Gefährt für Querfeldein-Touren. FOTO: PETER ENDIG / DPA

Und er hat es gut gemeint, als er den Berichterstatter zu einer kleinen Spritztour einlud. Als Sozius saß man mit dem notwendigen Helm gesichert direkt hinter dem Fahrer, hat zwar nach rechts und links einen guten Blick, aber wer vorne sitzt, ist eindeutig im Vorteil. Als es nämlich auf einen sperrigen Weg mit einigen Schlaglöchern ging, war der Hintermann darauf natürlich nicht so vorbereitet und wurde unverhofft etwas hin und her, rauf und runter gedrückt und geschüttelt. Dennoch war es ein Erlebnis der besonderen Art.

Vor etwa sechs Jahren kam Jörg auf den Geschmack. Die Eheleute, darunter Ehefrau Miriam, schauten sich mal wieder bei ihrem Ägypten-Urlaub einige Korallenriffe im Roten Meer aus der Nähe an, beide sind leidenschaftliche Taucher, als ihnen wenig später so ein Quad entgegenkam. "Das probiere ich auch mal aus", sagte er sich und mietete für einen Tag solch ein Fahrzeug. Und war begeistert: "Man kann viel bewusster die Landschaft entdecken und auch mal Touren in Gegenden unternehmen, wo es etwas rauf und runter geht, wo man wirklich noch arbeiten muss, um nicht vom rechten Weg abzukommen."

Der 45-Jährige, der mittlerweile und seit wenigen Wochen den dritten Quad diesmal vom Typ Max XTp fährt, rät Neueinsteigern, sich langsam und Schritt für Schritt an das neue Fahrverhalten zu gewöhnen. "So schnell wie ein Motorrad ist das Quad zwar nicht, aber trotzdem muss man aufpassen und stets angemessen fahren", meint Jörg in einer kurzen Tee-Pause. Sein Quad, das eine Europa-Zulassung, eine Automatik-Schaltung hat und in der hohen Preisklasse eines der stärksten Serienfahrzeuge ist ("Zwar nicht mit einem Ferrari, aber doch mit einem Mercedes vergleichbar") bringt es auf eine Höchst-Geschwindigkeit von etwa 120 Stundenkilometer. Der Benziner mit seinem ausgereiften Fahrwerk hat neben den breiten "Schluppen" einen 15 Liter-Tank. Damit reicht der Sprit im Schnitt für Touren von etwa 150 Kilometern.

Beim Kauf gebrauchter Quads rät der Willicher zur Vorsicht, nicht zuletzt wegen der dann fehlenden Garantie. Auch sollte man sich stets vom Fachhandel beraten lassen; sein weiterer Kommentar: "Ich kenne Leute, die haben No-Name-Fahrzeuge aus China gekauft und reparieren daran mehr als sie damit fahren." Bestens bedient fühlt er sich von seinem Fachhandel in Neukirchen-Vluyn. "Es ist ein teures Hobby, aber jeden Cent wert", lässt Jörg nichts darauf kommen. Man sollte wie er anfangen und sich so ein Fahrzeug, das ganz offiziell als eine "Ackerschlepper-Zugmaschine" zugelassen ist, auch eine Anhängerkupplung hat, erst einmal ausleihen. Zuverlässige Quads mit entsprechend guter Technik sind neu unter 5000 Euro kaum zu haben; vom Handel genannte "Kinderquads" mit 50 Kubikzentimetern gibt es sogar schon ab etwa 1400 Euro.

Und da der Quad nun einmal ein Geländefahrzeug ist, schätzt Jörg neben seinen Solo-Fahrten - manchmal fährt auch die Ehefrau mit - Touren in der Gruppe. Etwa einmal im Monat spricht man sich vorher in entsprechenden Foren ab und unternimmt größere Ausfahrten. So zu stillgelegten Zechen oder zu ausgebaggerten Kiesgruben, wo dann auch hin und wieder ein kleinerer Parcours abgesteckt wird. Einige Händler oder Event-Agenturen bieten sogar entsprechende Touren an.

"Ein Gelände mit möglichst viel Schlamm und Wasser fehlt leider hier in der Gegend", meint der Quad-Fahrer. Und was er sich noch sehnlichst wünscht: "dass hier mehr Schnee fällt, das Fahren darauf ist nämlich traumhaft." Für die längeren Strecken hat das Ehepaar eine herkömmliche Limousine. Bald geht es wieder zum Tauchen ins ägyptische Marsa Alam.

Quelle: RP
 
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