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Stadt Willich
Das Handwerk setzt auf qualifizierten Nachwuchs

Stadt Willich. 49 Kfz-Mechatroniker feierlich losgesprochen. Vize-Landrätin Luise Fruhen fehlen Frauen in den klassischen Männerberufen. Von Bianca Treffer

"Junge Menschen brauchen eine solide Qualifikation und unser Handwerk braucht junge qualifizierte Nachwuchskräfte, damit es seine Chancen von morgen erfolgreich nutzen kann." Mit diesen Worten begrüßte Richard Tendyck die 49 Mechatroniker anlässlich ihrer Lossprechung am Freitagabend im Brauhaus Schmitz-Mönk in Anrath. Der Obermeister der Kfz-Innung Kreis Viersen verwies auf die etwa 120 Fachbetriebe im Kreisgebiet, die in den vergangenen fünf Jahren mehr als 250 Lehrlinge erfolgreich ausgebildet haben und damit jungen Menschen Chancen in einem vielfältigen Berufsbild ermöglichen, das Weiterbildungsmöglichkeiten vom Servicetechniker bis zum Betriebswirt des Handwerks gibt.

Weiterbildung hat André Rohstock schon während seiner Ausbildung beim Kempener Autohaus Scharfenberg groß geschrieben. Der 23-Jährige, der als Prüfungsbester abgeschlossen hat, startete zusätzlich zu seiner dreieinhalbjährigen Lehre die zweijährige Ausbildung als Europa-Assistent im Handwerk an der Abendschule. "Das ganze Lernen war nicht einfach, aber es hat sich gelohnt", sagte Rohstock, der schon immer Spaß an der Technik hatte. Als Geselle bleibt er seinem Ausbildungsbetrieb treu, wobei er nun berufsbegleitend ein Abendstudium an der Mechatronikschule in Essen aufnimmt.

Auch Dominik Croonenbroeck, der bei Auto Becker Klausmann gelernt hat, setzt auf Weiterbildung. Der 21-Jährige strebt ebenfalls den Ingenieur an. "Die Technikbegeisterung ist das wichtigste in unserem Beruf. Ich habe durch meine Praktika festgestellt, dass genau das mir liegt", sagte er.

Unter den 49 frisch in den Gesellenstand erhobenen Lehrlingen gab es eine einzige Frau. Einen Punkt, den die stellvertretende Landrätin Luise Fruhen in ihrer Festrede aufgriff. "Die Gleichberechtigung sehen wir heute Abend in der Person einer einzigen Dame verwirklicht. Wenn Arbeitgeber mit ihren Verbänden seit rund 15 Jahren intensiv um Frauen in den so genannten Männerberufen werben, dann sind sie keineswegs besonders erfolgreich", sagte Luise Fruhen. Sie machte Frauen Mut und hob hervor, dass viele Unternehmen gerne junge Frauen einstellen würden, wenn sie sich denn bewerben würden. Die Vize-Landrätin aus Tönisvorst warnte zudem vor der totalen Akademisierung der deutschen Berufswelt und betonte, dass das duale System der Berufsbildung verteidigt werden müsse.

Viel Lob gab es von ihr betreffend das neue Ausbildungszentrum am Rhein-Maas-Berufskolleg in Kempen. Es habe einen wichtigen Beitrag dazu geleistet, den Nachwuchs in der Kfz-Branche nachhaltig zu fördern und zeige, dass der Kreis Viersen in Bildung investiere. Und damit werde auch das Handwerk gefördert, das unersetzbar sei.

"Das Handwerk zeigt, wofür es steht: Es ist die Jobmaschine der Nation", sagte Obermeister Tendyck, bevor er die Mechatroniker in den Gesellenstand erhob und damit offiziell deren Lehrzeit beendete.

Quelle: RP
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