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Stadt Willich
Das Unaussprechliche, über das man nicht spricht, ist der Glaube

Stadt Willich: Das Unaussprechliche, über das man nicht spricht, ist der Glaube
Pastoralreferent Bernhard Beyer-Rüdiger (links) und Pfarrer Joachim Schuler stellten gestern in Schiefbahn die gemeinsame Veranstaltungsreihe "Update Glaube" aus Anlass des 500. Reformationsjubiläums vor. FOTO: WOLFGANG KAISER
Stadt Willich. Die katholischen und evangelischen Gemeinden Willichs bieten in den nächsten Wochen im Gemeindezentrum der Hoffnungskirche eine Gesprächsreihe über den Glauben an: "Update Glaube". Von Eva Scheuss

Zum 500. Reformationsjubiläum bieten die katholischen und evangelischen Gemeinden Willichs gemeinsam eine Gesprächsreihe an, die sich "Update Glaube" nennt. Geleitet wird sie vom evangelischen Pfarrer der Emmaus-Gemeinde in Schiefbahn, Joachim Schuler, und dem katholischen Pastoralreferenten der Gemeinschaft der Gemeinden Willichs, Bernhard Beyer-Rüdiger. Die vier Abendveranstaltungen im September und Oktober werden im evangelischen Gemeindezentrum der Hoffnungskirche in Schiefbahn stattfinden und sind breit aufgestellt. Sie richten sich an alle, die über ihren Glauben nachdenken und ins Gespräch kommen möchten.

"Es geht nicht darum, kirchliche Glaubenswahrheiten an den Mann oder die Frau zu bringen", sagt Pfarrer Schuler. "Die Betonung liegt auf `christlich´, ergänzt Beyer-Rüdiger. Beide wollen die Gemeinsamkeiten des christlichen Glaubens, jenseits aller konfessionellen Unterschiede herausstellen. "Die katholische und evangelische Kirche sind heute - Gott sei Dank - miteinander befreundet. Wir setzen nicht mehr auf das Gegeneinander, sondern auf das Miteinander", sagt der katholische Theologe.

In guter ökumenischer Tradition werden die beiden Theologen gemeinsam die Veranstaltungsreihe leiten, die an vier aufeinanderfolgenden Freitagabenden jeweils von 19.30 bis circa 21.30 Uhr angeboten wird. Jeder Abend widmet sich einem anderen christlichen Kernthema. Sie lauten: Gott der Schöpfer (22.9), Jesus Christus (29.9), Die Kirche und der Heilige Geist (6.10) und Beten und Handeln (13.10). Bewusst trage der dritte Abend den Titel "Die Kirche" und nicht "Die Kirchen", denn es gehe um die Botschaft, nicht um die Konfessionen, betont Bernhard Beyer-Rüdiger: "Die Kirche ist kein Selbstzweck."

Die beiden Veranstaltungsleiter tragen jeweils ein Impulsreferat vor, dazwischen gibt es Gesprächsrunden. "Diese Referate sind sehr persönlich gehalten, sie stellen auch eine Art Glaubenszeugnis dar", erklärt Pfarrer Schuler, "damit wollen wir die Leute dazu ermutigen, über ihren Glauben, ihre Fragen, Meinungen, auch über ihre Zweifel ins Gespräch zu kommen." Die Referate seien bei allen Gemeinsamkeiten nicht in allen Punkten deckungsgleich, erläutern die beiden Theologen. Die Vergewisserung und Überprüfung des eigenen Glaubensstandpunktes sei eben auch ein wichtiger Aspekt der Reformation, betont Pfarrer Schuler. Denn es ist auch diese Sprachlosigkeit, die beide feststellen, sobald es um das Thema "Gott" geht. Die Gesellschaft sei sehr offen, viele, auch intime Themen enttabuisiert, doch: "Das Unaussprechliche, über das man nicht spricht, das ist heute der Glaube",

Quelle: RP
 
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