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Stadt Willich
Den Blick nach vorn gerichtet

Stadt Willich: Den Blick nach vorn gerichtet
Eva Abels, die Leiterin der Begegnungsstätte, und DRK-Vorsitzender Thomas Schmitz stellen das neue Arbeitslosen-Café "Back 2 Work" vor. FOTO: Norbert Prümen
Stadt Willich. In der DRK-Begegnungsstätte Anrath läuft ein neues Angebot an. Am 6. Juli startet das Austauschcafé "Back 2 Work" für Arbeitssuchende. Von Bianca Treffer

1000 Flyer sind es, die in einem Karton im Büro von Eva Abels, Leiterin der DRK-Begegnungsstätte Anrath, auf ihre Verteilung warten. "Sie sind gerade fertig geworden, und wir werden sie jetzt in Willich und Umgebung auslegen, um auf unser neues Angebot aufmerksam zu machen", sagt Abels. In der Begegnungsstätte startet ab dem 6. Juli einmal wöchentlich "Back 2 Work". Hinter dem Namen verbirgt sich eine Offerte für arbeitssuchende Menschen. Jeweils donnerstags von 9 bis 11 Uhr können sich in der Begegnungsstätte Menschen treffen, die arbeitslos sind, nur einen Mini-Job haben oder von Arbeitslosigkeit bedroht sind. Jeder, der möchte, kann einfach vorbeikommen.

"Uns geht es in erster Linie um den Austausch. Die Betroffenen sollen merken, dass sie mit ihrem Problem nicht allein sind, sondern es Menschen gibt, die genau vor den gleichen Problemen stehen", sagt Abels. Sich gegenseitig Tipps und Anregungen geben sowie gemeinsam nach vorn schauen und neue Perspektiven entdecken sind die Ziele. Eines der großen Probleme von Arbeitslosigkeit ist die soziale Verarmung. Oftmals ziehen sich Menschen, die keine Arbeit mehr haben, aus der Gemeinschaft zurück. Das soziale Leben läuft an ihnen vorüber, was einen weiteren Schritt in die negative Richtung innerhalb des Teufelskreises Arbeitslosigkeit mit sich bringt. Dem will "Back 2 Work" entgegenwirken.

Die Idee, ein solches Angebot auf die Beine zu stellen, kam Abels vor dem Hintergrund der DRK-Landesinitiative. Unter dem Titel "Armutsbewältigung - Raus aus dem Teufelskreis" sind die DRK-Einrichtungen aufgefordert, sich mit Ideen und Projekten einzubringen. Ein Austauschcafé für Arbeitssuchende begann, in ihrem Kopf herum zu spuken. Sie konnte einen ehemaligen Gerichtsvollzieher sowie eine Psychologin für das Projekt gewinnen, die auf Wunsch zu bestimmten Themen referieren und auch beratend zur Seite stehen. Dazu kamen zwei Ehrenamtler zur weiteren Unterstützung, die derzeit selbst arbeitssuchend sind. Wobei sich deren Zahl aktuell aber halbiert hat, denn "einer hat jetzt eine neue Arbeitsstelle gefunden", freut sich Abels.

Thomas Schmitz hatte dieses Glück noch nicht. Der Vorsitzende des DRK-Ortsvereines Willich ist derzeit selbst von Arbeitslosigkeit betroffen. "Es kann jedem jederzeit passieren, dass er oder sie die Arbeit verliert. Den Kopf in den Sand zu stecken, macht keinen Sinn. Mir persönlich ist es wichtig, dass ich mich bei dem neuen Angebot in der Begegnungsstätte, die durch den DRK-Kreisverband getragen wird, einbringe", betont Schmitz. Natürlich hofft auch er, dass er in seinem Beruf als Bürokaufmann schnell wieder eine Stelle findet. Solange dies nicht der Fall ist, will er "Back 2 Work" mit persönlichem Einsatz an den Donnerstagmorgen unterstützen.

Vieles, was einem selbst klar sei, was die Arbeitssuche betrifft, sei anderen vielleicht noch nicht bekannt. Wie zum Beispiel eine Bewerbungskostenunterstützung von Seiten der Agentur für Arbeit, die für Passfotos, Kopien und Bewerbungsmappen geltend gemacht werden können, so Schmitz. Abels sucht derweil weitere Ehrenamtliche, die den Treff mitbetreuen. Es können auch Rentner sein.

Die Begegnungsstätte bietet den Arbeitssuchenden beim Treff zudem ein kleines Frühstück für 1,50 Euro an. Ein Angebot, kein Muss. "Back 2 Work" ist ansonsten völlig kostenfrei. Niemand muss sich anmelden, sondern jeder kann jederzeit kommen. Wobei alle Betroffenen aus dem Kreis Viersen und der Umgebung angesprochen sind. Zudem bietet die Begegnungsstätte jeden Mittwoch von 9.30 bis 10.30 Uhr eine kostenfreie Unterstützung beim Ausfüllen von Anträgen, Dokumenten und Formularen an.

Quelle: RP
 
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